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Schirmer
Jochen Schirmer
Kunstmaler


Arbeitskreis


60 Jahre
Fischwirtschaft
in Rostock Marienehe



Bilder vom Fischereihafen aus den Jahren 1950 bis 1990 und nach der Wende 1990

Fischereihafen




Ständige Ausstellung
Hochseefischerei 1950-1990

Societät Rostock maritim e.V.


Nordwest-Afrika

Fangplätze-Marokko

 

 

 

Auszug aus dem Buch “Kapitäne der Deutschen Hochseefischerei“


2016 Günther Kröger

NW-Afrika - Mauretanien

Unter dem Fanggebiet NW-Afrika verstehen wir das Gebiet des afrikanischen Schelfs von Cap Juby bis hinunter nach Guinea. Von den Biologen wurde es als Fischarten reiches Gebiet eingeordnet.

Diesen Fischreichtum verdankt es dem am Schelfsockel emporsteigendem atlantischen nährstoffreichem Tiefenwasser und den dadurch günstigen Entwicklungsmöglichkeiten der Nahrungsgrundlage für die einzelnen Fischarten und Meerestiere.

Für die westafrikanische Fischerei sind drei Meeresströmungen von Bedeutung. Von Norden kommend, der kalte Kanarenstrom und von Süden kommend, der Benguelastrom. Beide Ströme verschmelzen in Äquatornähe mit dem Nordäquatorial- und dem Südäquatorialstrom, die nach Westen setzen. Als Gegenstrom, der die beiden Äquatorialströme trennt und für einen Ausgleich sorgt, tritt hier am Äquator der Guineastrom auf, der von dem nach Osten setzenden äquatorialen Gegenstrom ergänzt und der an der Küste nach Süden abgelenkt wird.

Die Rostocker Fischereikapitäne konzentrierten ihre Fangaktivitäten in diesem Gebiet speziell auf Thun- und Schildmakrele. Die Thunmakrele wurde hauptsächlich zu Filet geschnitten und ging in den eigenen Markt. Die Schildmakrele eignete sich nicht für die eigene Verwendung und sie wurde in afrikanische Staaten exportiert.

Aus unserer Fangtätigkeit in diesem Gebiet ist ersichtlich, dass die Schildmakrele das ganze Jahr über fangwürdige Konzentrationen bildet. Das Fanggebiet vor Cap Blanc war für uns wichtigster Fangplatz in den Herbst- und Wintermonaten. Vor Cap Merik und bei Cap Verde traten die stärksten Schildmakrelenkonzentrationen auf.

Wir erinnern uns, dass die Schildmakrelen ausgeprägte Vertikalwanderungen vornahmen. Während des Tages befischten wir sie in Grundnähe. Nach 19.00 Uhr lösten sie sich vom Grund und verblieben bis gegen 06.00 Uhr etwa im Pelagial. Danach wanderten sie zurück in Grundnähe. Der Fang erfolgte mit pelagischen Netzen.

Das Verbreitungsgebiet der Thunmakrele reicht von der Biskaya über das Mittelmeer bis in das tropische Gebiet der atlantischen Afrikaküste.

In unserem Fanggebiet, entlang der Küste von Rio D’Oro traten während der Herbst und Wintermonate gute Fangkonzentrationen auf. Die dichtesten Konzentrationen fanden wir in Wassertiefen zwischen 100 und 200 m. Hier erbrachte schon mal ein Hol 20% des Tagesfanges. Die Thunmakrele hatte eine Größe von 35 – 40 cm. Ausgewichen wurde in wenigen Fällen in südliche Gebiete von Takoradi und Grand Baasam. Dieses Gebiet wird als Aufwuchsgebiet angesehen und die Thunmakrele war entsprechend kleiner.

Auf eine Sardinellafischerei wurde meistens verzichtet, da diese Fischart auf Grund ihres hohen Grätenanteils von unserer Bevölkerung abgelehnt wurde. Sie kam nur für den Export in Verbindung mit der Schildmakrele in Frage.

Aus den speziellen Seekarten, die in diesem Buchabschnitt enthalten sind, geht hervor, dass die Bodenbeschaffenheit recht unterschiedlich ist. Das Schelfgebiet hat in diesem Fanggebiet nur eine Breite von 30 bis 60 sm. Von Kap Juby nach Süden ist der Boden hart und auf der Höhe von Kap Bojador gibt es Korallenbänke.

Zwischen Garnet und Kap Blanco ist in den Tiefen zwischen 30 und 80 m harter Grund und man findet immer wieder einzelne Korallenerhebungen. Westlich, auf dem Schelfabhang fanden wir Schlick. Festgestellt wurde, dass zwischen Kap Corveiro und Kap Blanc harter rauer Grund ist, der ebenfalls mit einzelnen Korallenerhebungen und Felsriffen durchsetzt ist. In dem Gebiet Banc d‘ Arguin ist der Grund in den Tiefen von 50 bis 80 m frei, aber der Westabhang ist auch hier mit Schlick bedeckt. Die Schelfkante wird immer wieder von Canons durchbrochen, die ins Schelfgebiet mit Tiefen von 140 bis 500 m einschneiden. In den Tiefen von 30 bis 300 m wurde gefischt. Die Kante von 19° 50‘ N bis 19° 05‘ N ist sehr schmal und wird ebenso durch zahlreiche Canons durchbrochen. Die Canons wurden auch von uns durchschleppt.

Von 18° 32‘ N bis 18° 08‘ N sind im flachen Wasser Korallen und Felsbänke. Ab 100 m Wassertiefe kann man im flachen Wasser fischen.

Weiter südlich von 14° 20‘ N bis 14° N fanden wir reinen Grund in Tiefen von 120 bis 200 m. Fischte man an den Kanten, musste mit Korallen gerechnet werden.

Die Rostocker Flotte und einige Frosttrawler fischten ab 1967 mit einer Unterbrechung in den Jahren 1973, 1974 und 1975 bis 1990 vor NW-Afrika. In einer ganzen Reihe von Jahren fischten wir hier ganzjährig, in einigen Jahren zogen wir Fangkapazitäten ab, weil sich andere Einsatzmöglichkeiten ergaben. In den Jahren 1969, 1970, 1971 und 1972 waren ebenfalls Ringwadenlogger im Zusammenspiel mit dem Kühlschiff „Breitling“ und den Fang- und Verarbeitungsschiffen im Einsatz. In den Jahren 1980 und 1981 setzte die Rostocker Hochseefischerei in diesem Fanggebiet eine TVS-Flottille ein.

Fangplätze-Mauretanien





Letztes Update: 27.09.2017, 15:34 Uhr
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