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Schirmer
Jochen Schirmer
Kunstmaler


Arbeitskreis


60 Jahre
Fischwirtschaft
in Rostock Marienehe



Bilder vom Fischereihafen aus den Jahren 1950 bis 1990 und nach der Wende 1990

Fischereihafen




Ständige Ausstellung
Hochseefischerei 1950-1990

Societät Rostock maritim e.V.


Informationen


Brexit – FX


von Kapitän Günther Kröger - 28.12.2020

Sie haben sich geeinigt. Um 25 % wird der Fang reduziert. Eingelenkt durch die britische Regierung. Und die Fischer? Zufrieden sind beide Seiten nicht.
Die britischen Fischer sprechen von einer enttäuschenden Entscheidung. Die europäischen Fischer sprechen wohl von einer erneuten Einschränkung, neben den Quoten und Regelungen für ihre Fischerei. Doch sie geben sich zufrieden und haben fünf Jahre Zeit sich auf erneute Veränderungen in der Fischerei in britischen Gewässern einzustellen. Die Verarbeitungsindustrie in Deutschland kann vorerst weiterproduzieren, wenn auch begrenzt. Ob die kleine deutsche Flotte so weiter bestehen kann, ist noch fraglich. Die Ausdehnung der Fernfischerei muss auch weiterhin erfolgen und ich dachte auch an den Kauf von frischem Fisch von britischen Fischern und die Bearbeitung auf See. Nichts ist unmöglich. Neue Überlegungen werden wohl notwendig für das Überleben sein.


Brexit und die Fischerei


von Kapitän Günther Kröger - 21.12.2020

Den Briten läuft die Zeit davon, weil sie Starrsinnig sind und bei einigen Überlegungen vom Kurs abkamen und im Nebel umherirren. Die europäischen Länder scheinen sich, dank der deutschen und französischen Standpunkte zu Fischereifragen einig zu sein.
Ich denke sie werden nicht in letzter Sekunde nachgeben und ihre Fischer und die dazu gehörige Industrie hängen lassen.
Es wäre eine Katastrophe wenn die deutschen Fabrikschiffe nicht mehr in den britischen Gewässern Hering und Makrelen fangen dürfen. Eurobaltic Fischwerk auf Rügen (Mukran) müsste die Produktion einstellen. Den Fangausfall in anderen Küstengebieten der Welt zu kompensieren dürfte schwerfallen.
Genauso katastrophal Zustände würden in unseren Nachbar-ländern, insbesondere Frankreich, eintreten.
Deshalb wird es ein Ringen um Fangmöglichkeiten bis zur letzten Minute geben. Was jahrelang durch Verträge, Lizenzen und Quoten möglich war und historisch gewachsen ist, wäre sonst zu Ende.
Wenn es nun so kommen wird, haben die Briten wohl bedeutend mehr Fangmöglichkeiten, doch sie werden auf ihren Fisch sitzen bleiben, hätten so gut wie nichts erreicht. Die europäischen Länder würden die Fischabnahme einstellen.
Eigentlich habe ich immer gedacht, die Briten wären kühle Rechner, aber bei ihren Überlegungen haben sie wohl ihren Verstand im Vorschiff, im Kettenkasten vergessen.
Vielleicht aber, kommt er ja doch noch wieder an Deck.
Vernünftig wäre es.


Ostseefischer fragen sich - was nun? Wie soll es weitergehen? Es gibt kaum noch Fischer, jetzt ist wohl alles vorbei. Aber auch Fischer müssen wissenschaftliche Erkenntnisse beachten.


von Günther Kröger - 19.10.2019

Die Umweltorganisationen und die Wissenschaftler haben sich durchgesetzt, Die Fischereiminister nehmen hin, dass sich vor allem an der Küste der westlichen Ostsee in der kommenden Zeit die Anzahl der noch wenigen Fischer weiter reduzieren wird. Die Angler müssen sich bestimmt, falls sie sich noch an Bord der Kutter begeben, mit Pappfischen begnügen, die sie wie bei dem Spiel, aus dem Bottig angeln. Lustig ist das schon lange nicht mehr, sagt mein Freund Uwe aus Boltenhagen, der dort immer noch ein bisschen fischt.
Es wurde am 16.10.2019 durch die EU - Fischereiminister beschlossen, dass in der westlichen Ostsee im Jahr 2020 die Heringsquote um 65 % gesenkt wird. Die Empfehlung des Thünen-Institutes war 71 %, um den Bestand wieder auf eine produktiv Größe bis zum Jahr 2022 anwachsen zu lassen. Mit der festgelegten Quote von 65 % wird wohl eine weitere Verzögerung der Zielstellung um mindestens von einem Jahr eintreten. Obwohl die Fischer um jedes Prozent kämpfen, viel bringt ihnen dieser Kompromiss nicht. So wird sich die MSC-Zertifizierung des Herings auch um ein weiteres Jahr hinauszögern und ihnen der Preisaufschlag von mindestens 20 % fehlen.
Die Quote für den westlichen Dorsch, einschließlich Beifänge wird um 60 % gekürzt. Dabei wird das Anglerlimit von 7 auf 5 Dorsch pro Person und in den Monaten Februar/März auf 2 Stück reduziert. Eine schlimme Zeit für die Angelkutter steht vor ihnen.
Die Quote für den östlichen Dorsch steht noch nicht fest. Die Festlegungen werden wohl erst im Dezember erfolgen.
Die Quote für die Scholle wird um 30 % reduziert. Das Thünen-Institut dachte an eine geringere Reduzierung.
Mein Freund Uwe war mit dem Zustand der Scholle in der Boltenhagener Bucht überhaupt nicht zufrieden. Die geringe Sauerstoffzufuhr und der hohe Algenanteil in der Bucht wirkten negativ auf den Zustand der Scholle.
Umweltorganisationen, wie die WWF sind unzufrieden und sind der Meinung die erlaubten Fangmengen gefährden die Zukunft der Fischbestände und der Fischer.
Mit den Fischern haben sie Recht und sie sollten sich eigentlich keine Sorgen mehr machen, die restlichen, noch im Fisch arbeitenden Fischer in der westlichen und zum Teil der mittleren Ostsee wird es in naher Zukunft nicht mehr geben.
Die Wissenschaftler des Thünen-Institutes scheinen eine Erklärung für den Rückgang des Heringsbestandes in der westlichen Ostsee, vor allem um Rügen gefunden zu haben. Durch steigende Wassertemperaturen kommt es zu früheren Laichzeiten. Der Laich findet jedoch seine Nahrung nicht, da diese in der Entwicklung von der Lichtintensität abhängig ist und erst später zur Verfügung steht. Der Laich des Herings verhungert. Die sinkenden Sauerstoffkonzentrationen bewirken ihr Übriges zur Reduzierung des Heringsnachwuchses.
So ohne weiteres kann ich mich mit dieser Erklärung jedoch nicht zufrieden geben. In vielen Gebieten hat der hochempfindliche Fisch auf derartige Umweltbedingungen umgehend reagiert und sich andere Laichplätze gesucht. Häufige Veränderungen spezifischer Standorte der unterschiedlichen Fischarten haben wir in unserer Zeit in der Hochseefischerei immer wieder durch Umweltbe-dingungen erlebt. Es sollten schon weitere wissen-schaftliche Untersuchungen erfolgen und andere Regionen in der Ostsee, hinsichtlich der Entwicklung der Nahrungskette der Heringslaiches untersucht werden.
Die kommenden Jahre werden für die Fischer dieser Regionen nicht einfach werden. Wenn nicht durch die EU-Kommission Maßnahmen ergriffen werden, durch die unsere Küstenfischer wohl bis 2025 kräftig finanziell unterstützt werden. Übergangsgelder und auch Abwrackprämien können ihre Situation mildern. Ein langfristiger Managementfahrplan mit wissenschaftlichen langfristigen Einschätzungen zur Entwicklung der betreffenden Fischarten sollten mit den Fischern, Wissenschaftlern und Politiker abgestimmt werden. Die Fischer müssen wissen wie ihre Zukunft aussieht, dann sind auch weitere Wege machbar.


Britischer Austritt aus der EU und die Auswirkungen auf die Deutsche Hochseefischerei 2017


von Günther Kröger - 11.01.2017

Im Rahmen der Abstimmung der Briten über den Austritt aus der Europäischen Gemeinschaft haben wir im vergangenem Jahr 2016 im Fernsehen die unterschiedlichsten Meinung gehört und gesehen.
Für mich war nicht überraschend, dass sich viele Fischer für den Austritt einsetzten. Ihre Begründung – ihr Standpunkt war, dass die gegenwärtigen Regelungen und Festlegungen zur Fischerei in der Europäischen Gemeinschaftszone ihre Fangtätigkeit und damit ihre Fangergebnisse allgemein einengen würden. Sie vertreten den Standpunkt, die Fischressourcen in ihren Gewässern alleine nutzen zu wollen.
Wenn dieser Standpunkt der britischen Fischer mit dem Brexit umgesetzt wird, dann hat dies umfangreiche Auswirkungen auf die deutschen Kutter- und Hochseefischer und die Fischer anderer Länder, die entsprechend der erhaltenen Quoten und Lizenzen in diesen britischen Gebieten Fischfang betrieben. (Zum Jahreswechsel fischten 4 Fabrikschiffe in diesen Gebieten) Laut Newsletter des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes e.V. kommen 60 % der pelagischen Anlandungen der deutschen Hochseefischerei von Fangplätzen in der britischen Wirtschaftszone und speziell beim Hering sind es sogar 100 %. Die Auswirkungen auf die Verarbeitungsindustrie sind kaum auszudenken.
Bei den Verhandlungen unserer Regierung zum Austritt müssen die Fragen der europäischen Hochseefischerei mit im Vordergrund stehen, sonst würden eine Reihe Fischer und Fischverarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. Möglichkeiten für ein gemeinsames Fischereimanagement gibt es genug, denn die Briten werden auch ihre speziellen Forderungen in der Wirtschaft mit den Europäern aufmachen.







Letztes Update: 28.12.2020, 18:16 Uhr
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