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Schirmer
Jochen Schirmer
Kunstmaler


Arbeitskreis


60 Jahre
Fischwirtschaft
in Rostock Marienehe



Bilder vom Fischereihafen aus den Jahren 1950 bis 1990 und nach der Wende 1990

Fischereihafen




Ständige Ausstellung
Hochseefischerei 1950-1990

Societät Rostock maritim e.V.


Fischerei heute

Aalfang wird vermutlich in der Ostsee verboten werden.


Von Günther Kröger - 15.10.2017

Aus der Fachzeitschrift Fischeri & Fischmarkt 3/2017 geht hervor, dass der Aalfang in der Ostsee verboten werden soll. Die Entscheidung wurde am 10.10.2017 vertagt.
Bei vielen meiner Kollegen und Bekannten ist der Aal sehr beliebt und rangiert auf deren Speisenkarte mit an oberster Stelle. So ein geräucherter Aal, und wenn er dann noch am Alten Strom in Warnemünde gekauft wurde, gut geräucher, ist immer ein kulinarischer Genuss. Dies ist aber nicht nur in Warnemünde so, auch in vielen anderen Orten unseres Landes wird der Räucheraal vor allen anderen Arten geräuchert bevorzugt. Ich ziehe ja lieber einen geräucherten Heilbutt vor, aber das soll eigentlich nicht so bedeutsam sein.
Der Aal ist also sehr beliebt bei den Menschen und er wird gut bezahlt. Viele Gaststätten und Hotels, besonders an der Küste, machen mit den Aalgerichten richtig gutes Geld. Der Aal ist hier überhaupt nicht wegzudenken, dies wissen vor allem die Touristen.
Besonders in der Kutter- und Küstenfischerei wurde mit dem Aalfang der Erlös bedeutend gesteigert.
Nun sollen wir aber auf den Aal verzichten. Die Berufs- und Freizeitfischer sollen den Aalfang einstellen, so der Kommissionsvorschlag. Auf Grund der Proteste wurde erstmal die Entscheidung vertagt.
Was ist nun mit dem Aal? Wurde er zu stark befischt? Gab es keine Managementpläne für die Bewirtschaftung, keine Schutzmaßnahmen für den Aalbestand? Gibt es wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse und was sagen diese aus?
Bekannt ist mir, dass umfangreiche Besatzmaßnahmen realisiert wurden. Alle diesbezüglichen Fördermittel, Erlöse aus der ins Leben gerufenen Aalaktie, aus dem Finanzvolumen der Verbände und Einnahmen aus den Pachtverträgen wurden dem Aalbesatz zugeführt. Bekannt ist uns ja allen, dass der Aal Zeit braucht zum Heranwachsen, bevor wir ihn verspeisen können und er vielen Strapazen durch den langen Weg ins Laichgebiet ausgesetzt ist.
Schon deshalb muss man sich die Durchgängigkeit der Fließgewässer ansehen und weiterhin die illegalen Glasaalfänge vor den europäischen Küsten unterbinden.
Vor Augen halten sollte man sich ebenfalls, das in den Küstengebieten von Mecklenburg-Vorpommern der Fischereidruck, also die Aalentnahme bedeutend abgenommen hat. Durch das Sterben von vielen kleinen Fischereibetrieben erfolgten hier weniger Fischereiaktivitäten. Die Aktivitäten von 2014-2016 nahmen gegenüber 2004-206 um 37% ab. (Fischereikapazität im Haupterwerb, lt. Axel Pipping in Fischerei & Fischmarkt 3/2017) Und es gibt Managementpläne, deren Ziele dem Schutz des Aales dienen. Sie müssen weiterhin umgesetzt, ja sogar ergänzt werden.
Einzig und allein die Kormorane mit ihren Freßaktivitäten bleiben ungeschoren. Die haben Narrenfreiheit, immer noch.
Ich denke mit dem Verschieben der Entscheidung zum generellen Aalverbot wird sich die Kommission und werden sich die Wissenschaftler noch einmal intensiv mit dem FÜR und Wider befassen und zu einer vernünftigen, grundierten Entscheidung kommen.


Ostseequoten 2107

EU-Gesamtfang Deutsche Quote Änderung
2016/2017
2017 2018
Hering westl. Ostsee
(Gebiete 22-24)
28.401 t 15.670 t 14.496 t + 8 %
Hering mittl. Ostsee
Gebiete 25-27, 28,2 29 und 32
191.129 t 1.115 t 1.035 t + 8 %
Dorsch westl. Ostsee
Gebiete 22-24
5.597 t 1.194 t 2.715 t - 56 %
Dorsch östl. Ostsee
Gebiete 25-32
30.857 t 2.820 t 3.760 t - 25 %
Scholle 7.862 t 626 t 321 t + 95 %
Sprotte 260.993 t 16.310 t 12.644 t + 29 %
Lachs
Gebiete 22-31
(Stückzahl)
95.928 2.212 2.212 +/- 0 %


Daraus leiten sich für die EO in M-V folgende Quotenanteile ab:



M_V
2016
M-V
2017
Differenz
Hering westl. Ostsee 6.256 t 6.756 t + 8 %
Dorsch westl.Ostsee 664,4 t 292,2 t - 56 %
Dorsch östl. Ostsee 343,9 t 264,8 t - 25 %


 

Quoten 2017

Deutsche- und EU Quoten 2017 - Nordseebestände und Makrele

BestandDeutsche
Quote
EU-QuoteVeränderungen
2016/2017

Hering51.066 t288.765 t-7 %
Scholle 7.067 t122.494 t0 %
Seelachs10.447 t47.888 t+53 %
Kabeljau4.222 t32.553 t+17 %
Schellfisch1.225 t26.405 t-45 %
Makrele25.928 t407.517 t+14 %
Aus dem Fischerblatt 12/2016

Entsprechend der Pressemitteilung des Verbandes der Deutschen Kutter- und Küstenfischer e.V. vom 14.12.2016 ist die deutsche Fischerei mit den von den Fischereiministern (EU) beschlossene Quote 2017 zufrieden. Die Gesamtfangmengen 2017 (TAC) gehen aus der obigen Tabelle hervor. Die nachhaltige Bewirtschaftung führte zur Erhöhung der Quote bei einigen Fischarten. Bei Nordsee-Hering und Schellfisch wurden die Entnahmen auf Grund wissenschaftlicher Empfehlungen reduziert. Diese Maßnahme gehört zur Realität bei natürlich fluktuierenden Beständen.
Erfolge haben sich durch das Bemühen der letzten Jahre um eine nachhaltige Fischerei eingestellt. Dies zeigt die Entwicklung der Scholle. Dieser Weg wird fortgesetzt, die Entnahme wird auch weiterhin nicht erhöht. Auch beim Nordsee-Kabeljau ist eine positive Entwicklung eingetreten. Zufrieden war man mit der Entwicklung des Seelachses in diesem Gebiet. Durch die Nachhaltigkeitszertifizierung und die nachhaltige Fischerei konnte die Quote bedeutend erhöht werden. Auch die Entwicklung des Makrelenbestandes ist erfreulich. Die Quote konnte um 14 % erhöht werden.
Bei der Quotenfestlegung werden die Verhandlungsergebnisse mit Norwegen berücksichtigt und Fangmengen für andere Bestände festgelegt, die nicht mit Norwegen gemeinsam bewirtschaftet werden.
Der Bundesminister für Fischerei erklärte: .....“Deshalb gilt es jetzt, unserer gemeinsames Ziel, spätestens 2020 alle Bestände nachhaltig zu bewirtschaften, fest im Blick zu behalten. Diese Politik ist der beste Garant für eine positive Zukunftsperspektive unserer Fischerei. In der Fischereipolitik bleiben wir auf Nachhaltigkeitskurs.“








Letztes Update: 15.10.2017, 22:56 Uhr
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