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Schirmer
Jochen Schirmer
Kunstmaler


Arbeitskreis


60 Jahre
Fischwirtschaft
in Rostock Marienehe



Bilder vom Fischereihafen aus den Jahren 1950 bis 1990 und nach der Wende 1990

Fischereihafen




Ständige Ausstellung
Hochseefischerei 1950-1990

Societät Rostock maritim e.V.


Mosambik

Auszug aus dem Buch “Kapitäne der Deutschen Hochseefischerei“


2016 Günther Kröger

Mosambik

1976 wurde mit der VR Mosambik ein Fischereiabkommen über die Zusammenarbeit in der Fischerei abgeschlossen. Auf dieser Basis wurde eine Lizenzfischerei auf Flach- und Tiefseegarnelen möglich.

Die Rostocker Fischerei auf Tiefseegarnelen brachte den dort eingesetzten Fischereikapitänen ganz neue Erkenntnisse. Hatten sie auf unseren herkömmlichen Fangplätzen bei den Holergebnissen mit 100, 200 und mehr Korb ihre Fangerfolge, so mussten sie sich hier mit 20 bis 25 t im Monat zufrieden geben. Also richtige Schlappersäcke zogen sie sich an Bord und war dann mal ein Hol von 200 oder 400 kg dabei und das Tagesergebnis lag bei einer Tonne, waren sie richtig stolz. Die Jahresergebnisse der vier Garnelentrawler lagen im Rahmen der vereinbarten Vertrages bei 1000 Tonnen. Unsere Fischereikapitäne Heinrich Schwarz, Klaus-Dieter Müller, Helmut Hegermann, Diethard Ronft, Jürgen Peters, Wolfgang Fehling, Ulli Wegner und der Kapitän und Fangleiter Rudolf Lehmann und die Sassnitzer Kapitäne, die mit Frosttrawlern das Gebiet aufbereiteten, gaben zu, dass sie anfangs viel Lehrgeld zahlen mussten, bis sie vertretbare ökonomische Fangergebnisse erzielten.

Kapitän Helmut Hegermann und auch Kapitän Heinrich Schwarz machten auf extreme Umweltverhältnisse für die Fischerei in diesem Gebiet aufmerksam. Hier in Mosambik herrschte sommerfeuchtes Tropenklima. Unsere Besatzungen meinten, es war angenehm und gut zu ertragen.

Die hydrologischen und topografischen Verhältnisse wurden durch den starken südöstlich setzenden Strom gekennzeichnet. Beachten mussten wir den Agulhasstrom, der durch die Vereinigung des Ost - Madagaskastromes mit dem Mosambikstrom oder auch Ost - Afrikastrom genannt, gebildet wird. Die Einschätzung der Strömungsverhältnisse waren schwierig. Vermutlich laufen die Gezeitenströme, Oberflächenströme sowie Tiefenströme innerhalb einer Säule zusammen. Die Stromstärken wechselten stark und lagen zwischen 1 - 2,5 Kn. Wir mussten aber auch mit sich schnell veränderten Stromstärken von 3,6 bis 4 Kn fertig werden. Weiterhin musste der sandige und schlickige Boden auf dem Kontinentalschelf und der steil abfallende Kontinentalabhang beachtet werden. Überrascht wurden die Fischereikapitäne immer wieder von den meteorologischen Verhältnissen, besonders in den Monaten April bis Oktober. Schnell wechselnde Wetterlagen mit Windstärken bis 9 BFT infolge der Einwirkung von Zyklonen behinderten die Fischerei und erforderten höchste Wachsamkeit.

Mosambik besitzt eine Küstenlänge von 1500 Seemeilen. Flachwassergarnelen wurden nördlicher auf der Sofala Bank in Tiefen von 10 bis 70 m gefischt. Unsere Fangaktivitäten auf Tiefseegarnelen beschränkten sich auf das Gebiet zwischen Maputo und Beira. Meistens fischten wir nicht nördlicher als bis zur Insel Basaruto.

Unser Hauptfanggebiet befand sich in der Delagoa-Bucht. In der angefertigten Spezialkarte haben die Fischereikapitäne ein sogenanntes Schlickdreieck und eine Schlickkante eingezeichnet. Um Geschirrverluste zu vermeiden wurde hier nicht geschleppt. Gefischt wurde westlich, nördlich und nordöstlich des Schlickdreiecks in Wassertiefen von 450 bis 550 m. Verlangte es die Fangsituation wurde auch tiefer gearbeitet. Die horizontale Verbreitung der Tiefseegarnele reichte von 370 bis 700 m. Darüber hinaus wurden sowohl flacher als auch tiefer Tiefseegarnelen angetroffen. Alle Kapitäne erwähnten die beiden Canons bei Ponta Zavora, die sie auch als Kerben bezeichneten. Sie lagen quer in den befischbaren Wassertiefen. Ein Überschleppen war möglich, sie haben es aber meistens vermieden. Beim Schleppen benötigten sie eine Schleppgeschwindigkeit von mindestens 3 Kn. Die Schleppzeit sollte 3,5 Stunden nicht überschreiten. Es wurde mit und gegen den Strom geschleppt. Die Schlepprichtung wurde dem Verlauf der jeweiligen Tiefenlinie angepasst. Nördlich des Schlickdreiecks musste genau parallel zur Schelfkante gesteuert werden. Auf der Ost-West-Achse konnten sie dagegen mit den Schleppkursen variieren. Die meisten Kapitäne hielten sich aber an eine gleiche Tiefenlinie.

Vom Basishafen Beira aus fischten vier Sassnitzer Kutter mit dem Ziel, die Versorgung mit Fisch für die Bevölkerung zu unterstützen.

Die Tiefseegarnele, die von unseren Garnelentrawlern gefangen wurden, hat man in „Pink“ und „Red“ unterschieden. Die als „Pink“ bezeichneten Garnelen wurden in dem gesamten von uns befischten Gebiet angetroffen. Bei der als „Red“ bezeichneten Garnele liegt das Verbreitungsgebiet am Kontinentalabhang der VR Mosambik. Die Garnelen wurden weltmarktfähig bearbeitet und auf dem internationalen Markt verkauft.

Fangplätze-Mosambik

 

 

 

Zusammenarbeit DDR-Mocambique
Garnelenfischerei




Letztes Update: 27.09.2017, 18:07 Uhr
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