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Schirmer
Jochen Schirmer
Kunstmaler


Arbeitskreis


60 Jahre
Fischwirtschaft
in Rostock Marienehe



Bilder vom Fischereihafen aus den Jahren 1950 bis 1990 und nach der Wende 1990

Fischereihafen




Ständige Ausstellung
Hochseefischerei 1950-1990

Societät Rostock maritim e.V.


Schwerin verpokerte 1,6 Millionen, Seeleute bezahlen die Rechnung

vom 23.12.1993 Rostock-Marienehe.


Gestern um sieben Uhr machte im Marieneher Fischereihafen nach einem Dreivier­teljahr Aufenthalt vor Kanada das frühere Fischerei-Forschungsschiff „Ernst Haeckel“ fest. Die Besatzung wurde von Bord geschickt und auf­gefordert, alle persönlichen Dinge mitzunehmen. Der Grund: Wieder mal ein Schildbürgerstreich in Schwerin.

Im Januar durfte der Steuerzahler noch 1.6 Millionen Merk blechen, weil die als Fischereikontrollschiff unter EG-Flagge fahrende „Ernst Haeckel“ für weitere fünf Jahre flottgemacht wurde. Jetzt soll der Dampfer in den Schrott.

Die EG würde das Schiff hebend-gern weitere drei Jahre haben, denn seit Aufnahme dcr Fangkontrollen vor der kanadischen Küste gab es vor der .‚Haeckel“ nur Pannen. Auf das Rostocker Schiff dagegen war immer Verlaß. Doch die Landesre­gierurig fühlt sich als Reeder über­fordert und will das Schiff trotz der 1,6-Millionen-Investition abstoßen.

Dazu ließen sich die Schweriner Experten etwas Pfiffiges einfallen:
Sie schraubten die Forderung an die EG von 3,2 Millionen auf uner­hörte fünf Millionen Mark. Wohl ahnend, daß das kein Preis ist, den Brüssel akzeptiert. Damit ist man das ungeliebte Kind endlich los. Seit dem fragwürdigen Angebot hat Schwerin auch zum Erstaunen von Brüssel keine weitere Initiative entwickelt, den Auftrag doch noch an Land zu ziehen.
Ein 30 Jahre altes dänisches Schiff bot sich für 3,2 Millionen Mark an und wird wohl das Rennen machen. Dabei gab es wirklich ver­nünftige Überlegungen, zu einem für beide Seiten akzeptablen Preis weitere drei Jahre für Europa zu fahren. Mit reduzierter Besatzung und wesentlicher Senkung ver­schiedener Haushaltsgrößen

Hauptaufgabe ist es, Plattform für EG-Inspektoren zu sein, die jeweils aus verschiedenen europäischen Staaten an Bord kommen und je­weils drei Monate lang die Einhal­tung der Fischquoten überprüfen. Die Rostocker Besatzung von zu­letzt 21 Mann hat sich immer zur Hälfte abgewechselt.

Vor Kanada befinden sich zwei der fischreichsten Gebiete. die schon seit dem 16. Jahrhundert vornehmlich von Spaniern und Por­tugiesen genutzt werden. Etwa 100 Schiffe fischen dort ständig. Die EG-Kontrolle wird international. auch durch Länder außerhalb Eu­ropas, akzeptiert und durch die Re­gierungen unterstützt. Die Praxis sieht aber leider so aus, daß laut Fangbüchern vielfach weit weniger gefischt wurde als in den Laderäu­men gelagert ist, Akzeptanz der Quoten ist gut. Kontrolle ist besser.
Vom Aus des Schiffes hat die Be­satzung vor drei Wochen per Tele­gramm erfahren. Gestern früh er­schien noch einmal ein von Schwe­rin Beauftragter, der versucht hat zu erklären, was für die Besatzung nicht erklärbar scheint. Für sie ist es blanke Unvernunft.
Vor einem Jahr vermochte öffent­licher Druck schon einmal, das Aus zu verhindern. Jetzt wäre ein Wun­der vonnöten. Für Schwerin scheint die Sache tatsächlich gelaufen zu sein  A,T.

Kapitän Eberhard Srassewski wird von lebensgefährtin Heidemarie Amling ein letztes Mal abgeholt. 5eit 1956 fuhr er zur See.       
OZ-Foto: Treder




Letztes Update: 01.08.2012, 23:34 Uhr
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