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Schirmer
Jochen Schirmer
Kunstmaler


Arbeitskreis


60 Jahre
Fischwirtschaft
in Rostock Marienehe



Bilder vom Fischereihafen aus den Jahren 1950 bis 1990 und nach der Wende 1990

Fischereihafen




Ständige Ausstellung
Hochseefischerei 1950-1990

Societät Rostock maritim e.V.


Zusammenarbeit mit den damaligen sozialistischen Ländern in der Hochseefischerei der DDR

Artikel von Günther Kröger


Bereits 1962 wurde ein Abkommen zwischen den Regierungen der DDR, der VR Polen und der UdSSR über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Seefischerei getroffen.

Diesem Abkommen schlossen sich 1964 die VR Bulgarien und 1966 die SR Rumänien an. In den Jahren 1970 und 1971 wurde dieses Abkommen durch zweiseitige Vereinbarungen über wirtschaftliche und wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit seitens der DDR mit der UdSSR, der VR Polen und der VR Bulgarien ergänzt.

Auch während meiner langjährigen Tätigkeit in der Rostocker Hochseefischerei
war dieses Abkommen Grundlage unserer gemeinsamen Arbeit. Eines der Arbeitsschwerpunkte war die Erkundung der Rohstoffbasis der Weltmeere im Interesse eines rationellen Einsatzes der Fangflotten, verbunden mit der Schonung und Erhaltung der Fischbestände. Seit 1965 haben wir in zunehmendem Maße den Einsatz von Forschungs- und Suchschiffen nach abgestimmten Plänen koordiniert. Ich erinnere mich, dass sowohl unsere Wissenschaftler, als auch Wissenschaftler anderer Länder an diesen Einsätzen teilnahmen. Damit wurden Doppelarbeiten vermieden und es wurde eine komplexe Erfassung der fischereibiologischen und hydrologischen Situation gewährleistet. Wir alle aus der Hochseefischerei erinnern uns, dass an solchen Forschungseinsätzen auch Produktionsschiffe teilnahmen. Diese Art der Einbeziehung zu Forschungsarbeiten, war auch in den Partnerländern der Fall. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit wurde allen Partnerländern zugänglich gemacht. Selbst nahm ich einmal in Bulgarien an einer solchen Zusammenkunft der Biologen und anderer Wissenschaftler teil. Entsprechend den Forschungsergebnissen wurden dort die Fangmöglichkeiten wissenschaftlich begründet und Fangprognosen erarbeitet. Sie waren dann, mit Varianten, Basis unserer Fangplanung.

Diese abgestimmten und vereinbarten Forschungsreisen eröffneten uns ganz andere Kapazitäten und Möglichkeiten. Alleine wäre es unmöglich gewesen, soviel Aussagen zur Rohstoffbasis in den einzelnen Gebieten zusammen zu tragen und zu verwenden.
Doch nicht nur auf dem Gebiet der Rohstofferforschung zur Sicherung der Fangpläne und der Schonung der Bestände fand diese Zusammenarbeit statt. Auch in der Fangtechnik wurden Forschungsergebnisse ausgetauscht und so manches fangträchtige Netz wurde von anderen Partnerländern genutzt.

Erinnern möchte ich genauso an die Dieselkraftstoffversorgung durch die Tanker aus Murmansk und aus dem Ostseeraum. Sie ermöglichten uns den Einsatz in weit entfernt liegenden Fanggebieten.

Ein weiteres Beispiel der Zusammenarbeit auf der Basis der genannten Abkommen und Vereinbarungen ist die unmittelbare Zusammenarbeit auf den Fangplätzen gewesen. In Eis von Labrador oder vor Grönland fanden immer Absprachen zur Eissituation und zur Ergiebigkeit der Fangeinsätze statt.

Sie waren mit die Grundlage für die Entwicklung unserer Hochseefischerei in der DDR.




Letztes Update: 27.10.2011, 14:26 Uhr
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