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Schirmer
Jochen Schirmer
Kunstmaler


Arbeitskreis


60 Jahre
Fischwirtschaft
in Rostock Marienehe



Bilder vom Fischereihafen aus den Jahren 1950 bis 1990 und nach der Wende 1990

Fischereihafen




Ständige Ausstellung
Hochseefischerei 1950-1990

Societät Rostock maritim e.V.


Fischbearbeitung auf See in den Anfangsjahren auf Loggern und Trawlern in der Rostocker Hochseefischerei.


von Günther Kröger Teil II


Frischhering - Vereisen - Frischfisch

Wir bezeichneten den Hering oder den Rundfisch als Frischhering oder Frischfisch, wenn er mit Eis, unmittelbar nach dem Fang konserviert wurde. Durch das Vereisen mit gemahlenem Eis, in bestimmten Größen, und in bestimmten Fällen durch das zusätzliche Bestreuen von Salz, wurde der vorzeitige Verderb des Fisches gehemmt. Seinen Charakter als Frischfisch hat er dadurch nicht verloren.

Kühlmittel Eis

Wassereis:

 

Wassereis ist das einfachste und wohl auch billigste Mittel, den Verderb des Fisches zu hemmen. Durch die Zugabe von Wassereis wird die Temperatur des Fisches herabgesetzt und verständlicherweise wird die Lebenstätigkeit von Kleinlebewesen eingeschränkt. Es wird beim Wassereis in Natur- und Kunsteis unterschieden.

Natureis kam bei uns nicht zur Anwendung. Es wurde aber für Fischdampfer in norwegischen Seen gewonnen. Dieses Eis ist von hoher Qualität und hygienisch dem Kunsteis gleich.

Kunsteis wurde auf den Loggern und Trawlern zum Kühlen des Frischfisches eingesetzt. Anfangs wurde Kunsteis im Kopfgebäude der Fischhalle II in einer 50 t Anlage hergestellt. Später erfolgte die Produktion dann auf der anderen Seite des Alten Hafens in einem seperaten großen Gebäude mir einer Kapazität von ... t. Hier wurde in großen Stahlzellen Trinkwasser durch künstliches Gefrieren hergestellt und verschieden fein gemahlen. Je kleiner die gemahlenen Eisstücken, je größer die Kühlwirkung, aber auch entsprechend geringer war die Haltbarkeit. Das Kunsteis wurde nach der Herstellungsart unterschieden in Kristall- und Destillateis. Es kam für den Einsatz in der Fischerei nicht in Frage. Ebenso verwendeteten wird kein Trübeis. Das Eis, welches in unserer Flotte eingesetzt wurde, bezeichnete man als Klareis. Kunsteis konnte auch durch Gefrieren an Stahlplatten hergestellt werden. Es wurde dann von diesen Platten abgeschrabt und entsprechend zerkleinert.

Scherbeneis ist uns ebenfalls in der Rostocker Hochseefischerei bekannt.

Trockeneis:

 

Trockeneis ist feste Kohlensäure. Wir kennen es als eine lockere, weiße, schneeartige Masse, die zu festen Blöcken zusammen gepresst wurde. Es kam nur zumTransport unserer Fischerzeugnisse ins Innenland in Stangenform zum Einsatz. Die Stangen wurden in Behältnissen, vom Fisch getrennt, dem Fisch beigegeben zur Kühlung.

Vereisung an Bord:

 

Die Arbeit im Laderaum war für uns Steuerleute und Matrosen kein Zuckerlecken. Hier konnten sich nur die Kräftigsten und Zähesten Leute behaupten. Sie mussten aber auch zuverlässig sein und eine sehr gute fachmännische Arbeit leisten. Was nutzte es der Besatzung gute Fänge zu haben und dann an Land Qualitätsabzüge hinzunehmen, weil der Fisch schlecht im Laderaum konserviert wurde.

Beim Heringsfang wurde der Hering sowohl als Kistenware und auch als Hockenware angelandet. Auch bei der Kistenware, wurde der Boden der Fischhocke mit einer Eisschicht bedeckt. Der Hering in den Kisten wurde oben und unten mit einem Pergamentbogen versehen und dann kam auch hier mindestens eine Schaufel Eis auf die Kiste. Um die gestauten Kisten wurde dann ebenfalls Eis geworfen.

Wir landeten aber den Hering ebenfalls gestaut in den Hocken an. Wiederum wurde der Boden ausreichend mit Eis bedeckt und dann wurde dafür gesorgt, dass an den Schottenbretten der Hocke Eis lag und der Hering nicht mit ihnen in Berührung kam. Die Hocke wurde mehrere Male abgebortet, um den Druck auf den Hering so gering wie möglich zu halten. War die Hocke gefüllt, wurde sie oben richtig kräftig abgeeist.

Beim Rundfischfang wurde der Fisch geschlachtet und gesäubert.

Rotbarsch wurde meistens voll mit Kopf angelandet. Er wurde jedoch ebenfalls gesäubert. Wie bei der Heringshockenware wurde auch hier im Laderaum vorgegangen. Wichtig war, dass in der Hocke dafür gesorgt wurde, dass die Vereisung um den Fisch herum erfolgte und abgebortet wurde.

Lag das Deck in der Rotbarschzeit voller Fisch, gab es zum Abborten keine Pause, es musste während des Füllens der Hocke erfolgen.

Auf den Trawlern vom Typ III gab es bereits eine Deckenkühlung.


 

Literatur: Der Fisch, Band III Handbuch der Fischkonservierung von Otto Wille - herausgegeben von Rudolf Baader 1949

 




Letztes Update: 18.03.2011, 11:50 Uhr
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