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Schirmer
Jochen Schirmer
Kunstmaler


Arbeitskreis


60 Jahre
Fischwirtschaft
in Rostock Marienehe



Bilder vom Fischereihafen aus den Jahren 1950 bis 1990 und nach der Wende 1990

Fischereihafen




Ständige Ausstellung
Hochseefischerei 1950-1990

Societät Rostock maritim e.V.


Betrachtungen zur Rostocker Hochseefischerei nach der Wende

von Günther Kröger

Mit der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten, musste im Fischereistandort Rostock-Marienehe die Flagge des Fischkombinates Rostock eingeholt werden. Bei den Entscheidungen, die damals getroffen werden mussten, wurde von einer Wiedervereinigung Deutschlands ausgegangen.

In dem Buch: " Zur Entwicklung der ostdeutschen Fischwirtschaft nach 1945 bis in die Gegenwart" schrieb Wilfried Holm (1.Stellv. des GD des AHB Fischimpex Rostock):
"Damit musste ein schnelles Ende aller völkerrechtlichen Verträge mit anderen Staaten sowie jegliche Eigenständigkeit auf dem Gebiet der Fischereipolitik zur Absicherung des Flotteneinsatzes angenommen werden, da die Bundesrepublik Deutschland ihre diesbezüglichen Kompetenzen bereits vor Jahren an die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) bzw.die Europäische Gemeinschaft (EWG) abgetreten hatte.

Auch der Einsatz der Flotte der Hochseefischerei über die Geschäftstätigkeit des AHB Fischimpex konnte keinen Bestand haben, da sie letztendlich im Außenhandelsgeschäft auf Erträgen und Aufwendungen zu marktgerechten Preisen in konventierbaren Währungen und im Binnengeschäft auf Aufwendungen und Erträgen zu staatlich festgesetzten Preisen in Markt der DDR beruhte, wobei durch die Tätigkeit des AHB Fischimpex ausgeglichene Bilancen in beiden Währungen erreicht werden mussten. Da bei der Bildung der staatlich festgesetzten Preise in Mark der DDR eine staatliche Preisstützung enthalten war, konnte diese Geschäftstätigkeit bei der Anwendung markgerechter Preise in konventierbarer Währung keinen Bestand haben."

Feststellen kann man, dass unsere Erzeugnisse von hoher Qualität waren, doch ob sie den markwirtschaftlichen Anforderungen gerecht wurden, war offen. Unter diesen Tatbeständen und dem Wirken der freien Konkurrenz im Handel, war eine Deckung der Kosten fraglich. Weiterhin mussten bei den Entscheidungen die augenblickliche Einschätzung der Fischereiressourcen berücksichtigt werden. Holm führt in dem oben genannten Buch aus: "Für die Fischerei eines vereinten Deutschlands wurden keine zusätzlichen Fangrechte zu Lasten anderer Mitgliedsstaaten der EG oder durch Aufstockung der Gesamtfangmengen bedrohter Fischarten gefordert. Eine Veränderung des bestehenden Quotenschlüssels wurde ausgeschlossen. Der Fischwirtschaft der DDR sollte ein Zugriff auf noch verfügbare Ressourcen nach den rechtlichen Bestimmungen der EG gestattet werden…..Die zukünftige nationale Verteilung von Fangquoten erfolgt ausschließlich auf der Grundlage des Seefischereigesetzes der Bundesrepublik Deutschland, soweit keine Veränderungen in dem Einigungsvertrag aufgenommen würden." Aus diesen Darlegungen wird ersichtlich, dass die Aufrechterhaltung der DDR-Fischerei in den ehemaligen Größen unmöglich war. Es kamen nun Entscheidungen zur drastischen Reduzierung der damaligen Hochseefischereiflotte in Rostock und Sassnitz. Die Schiffe der Hochseefischerei in Rostock und Sassnitz wurden abgewrackt oder verkauft. Möglichkeiten des Einsatzes unserer Schiffe außerhalb der EG-Gewässer oder in Joint-Ventures mit anderen Staaten zerschlugen sich und waren nicht tragbar.

In dieser Phase der Umwandlung in Kapitalgesellschaften wurde der ehemalige VEB Fischfang Rostock vom Handelsregister als "Rostocker Fischfang-Reederei GmbH" im Aufbau eingetragen. Dieser neuen Gesellschaft sollte die gesammte Flotte mit allen seeseitigen Beständen an gefrorenen Produkten, Vorräten und Ausrüstungen sowie Vorräten und Ersatzteilen an Land zugeordnet werden. Dazu gehörte lt.Holm auch das seefahrende Personal.

Lt.Holm hatten die Vereinbarungen der gemischten Facharbeitsgruppe Fischwirtschaft für das zweite Halbjahr 1990 eine Veringerung der Fangflotte um ca. 14.000 BRT vorgesehen. Realisiert wurden zu diesem Zeitpunkt ca. 13.650 BRT. Die Dramatik der Lage, lt. Holm bestand darin, dass ohne Einbeziehung der für eine Einbringung in eine gedachte zukünftige neue Fischfanggesellschaft vorgesehenen Schiffe (7 Fang-und Verarbeitungsschiffe des Typs Atlantik Typ 333 und 1 Atlantik- Supertrawler) zum Ende des Jahres 1990 im Fischereihafen Rostock-Marienehe Fangschiffe mit ca. 37.700 BRT und im Hafen von Sassnitz weitere 6.650 BRT aufgelegt waren. Das waren 90 % der ehem. Flotte.

Im Einsatz blieben lediglich Ende 1990 , für die Mecklenburger Hochseefischerei GmbH vorgesehen (neue Gesellschaft nach Abspaltung am 05.04.1991 von der Rostocker Fischfangreederei GmbH), die 7 Gefriertrawler und und 1 Supertrawler in Rostock und lt. Holm in dem genannten Buch, 13 Schiffe der 26,5 m Kutter-Klasse der Sassnitzer Fang-und Verarbeitungs- und Hafenbetriebsgesellschaft mbH. Diese Kutter konnten in der Art des MBO-Vertrages an die jeweiligen Kapitäne verkauft werden.

Doch das Ziel, die oben genannten Schiffe in Rostock zu erhalten, war kompliziert. Man versuchte eine neue Gesellschaft mit Beteiligung der Deutschen Fischfangunion GmbH, Cuxhaven und dem Land Mecklenburg-Vorpommern sowie der Hansestadt Rostock zu bilden. Sie sollten die Schiffe von der Rostocker Fischfang-Reederei GmbH übernehmen. Doch die Regierung von Mecklenburg-Vorpommern machte nicht mit, so kam diese Konstellation nicht zustande. Nun sollte ein neuer Weg durch die Abspaltung der Mecklenburger Hochseefischerei GmbH von der Rostocker Fischfang-Reederei beschritten werden. In der Geschäftstätigkeit wurde die Aktiva und Passiva an die neue Gesellschaft übertragen. Ein weiterer Schritt war die Privatisierung der Mecklenburger Hochseefischerei GmbH. Hierfür wurde ein isländischer Partner gewonnen. Durch den aktiven Einsatz des Vorstandes der Deutschen Fischwirtschaft gelang es, auch das Land Mecklenburg-Vorpommern umzustimmen. Danach hatte der isländische Partner 60%, das Land Mecklenburg-Vorpommern 25% und die Hansestadt Rostock 5%.

Die weitere Entwicklung und Geschäftstätigkeit der Mecklenburger Hochseefischerei GmbH geht aus dem nachfolgenden Vortrag von Herrn Dr.-Ing. Uwe Richter (Geschäftsführer der Doggerbank Seefischerei GmbH und der Mecklenburger Hochseefischerei GmbH Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern) über "Stand und Entwicklung der Hochseefischerei in Deutschland", hervor.

Hier können Sie den Vortrag (4Mb) herunterladen





Letztes Update: 25.08.2011, 19:48 Uhr
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