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Schirmer
Jochen Schirmer
Kunstmaler


Arbeitskreis


60 Jahre
Fischwirtschaft
in Rostock Marienehe



Bilder vom Fischereihafen aus den Jahren 1950 bis 1990 und nach der Wende 1990

Fischereihafen




Ständige Ausstellung
Hochseefischerei 1950-1990

Societät Rostock maritim e.V.


Nachgedacht! - Rückblick auf das Jahr 2010


von Günther Kröger

Wir kommen immer mehr in die Jahre und so ganz allmählich läßt die Kraft und Energie nach. Doch wir lassen uns nicht unterkriegen und kämpfen gegen alle Wehwehchen. Trotzdem ist es ganz natürlich, der Eine lässt das tägliche Geschehen an sich vorbeigleiten und der Andere verfolgt aufmerksam was in der Welt und um sich herum und natürlich im Kreise der ehemaligen Hochseefischer und der Hochseefischerei passiert. So war es auch in der damaligen Zeit, doch auch heute hat der sich Interessierende mehr vom Leben. Er versucht noch etwas mit zu gestalten, mit zu bewerten und auch zu verändern. Oder ist es nicht so? Ich kann aber beide Art Menschen verstehen. Doch wer sich nicht bewegt, wird schneller alt, bei dem schrumpfen die Gehirnzellen und wer will dies schon.

Anfangs, zu Jahresbeginn, standen wir noch im Bann der Finanzkrise mit ihren Auswirkungen. Wir fragten uns, wird uns dieses undurchschaubare Monstrum das ganze Jahr über begleiten und beschäftigen? So war es dann auch. Die Banken erhielten Milliarden Kredite, die Bänker, ob gut oder schlecht, heimsten trotzdem ihre fetten Happen ein und andere in unserem guten Staat gingen leer aus. Von den Politikern geduldet. Von der Gesundheitsreform möchte ich gar nicht reden. Die Armen blieben arm und auch viele kleine Unternehmen rangen mit dem Überleben. Harz IV Empfänger will man mit 5 Euro abspeisen und das Unterstützungsprogramm für die Kinder ist unvollständig, nicht zu Ende gedacht. Wer arbeitet soll mehr haben und die nicht arbeiten wollen, soll man kräftiger an die Kandarre nehmen. Man soll immer bedenken, viele wollen arbeiten, suchen nach Arbeit und finden doch nichts. Trotzdem, es ist der Wirtschaft zu danken, dass die Arbeitslosenzahlen gesunken sind. Hoffen wir, dass die große Wirtschaft und die kleineren Unternehmen weiter Boden gut machen. Es ist für jeden Menschen vorteilhaft.

Wir Rentner sind schon daran gewöhnt, dass man sagt, wir bekommen sowieso zu viel und vor allem die Leute in den neuen Bundesländern sollen gefälligst still sein. Die Frage der Gleichstellung nach der Verfassung bleibt offen, wir hier, ob in Mecklenburg - Vorpommern oder in Sachsen sind immer noch Menschen 2. Klasse. Wir selbst, unsere Generation, fühlen uns nicht so, doch wir werden so behandelt und eingestuft. 20 Jahre nach der Wiedervereinigung solche Zustände.

Wir führen Krieg in Afghanistan, so sehe ich es. Wir beklagen Tote und es sind nicht die Letzten gewesen. Ich frage mich, was haben wir dort zu suchen. Die Politik und das Treiben der Taliban verachte ich, besonders wie sie mit den eigenen Menschen umspringen. Das ist nicht der Islam. Die Russen haben dort nichts gewonnen und auch heute wird man dort nichts ändern können. Es ist verlogen, was die Politiker behaupten. Wir könnten dem Volk auch anders zur Seite stehen. Also, raus aus diesem Land, ich unterstütze die Forderung der Linken.

Wir haben den Kampf der Fischer, vor allem von Mecklenburg-Vorpommern, für höhere Fangquoten verfolgt. Manchmal kamen mir Zweifel an den Aussagen der Wissenschaftler über den Zustand der Fischbestände. Man hat sich zu oft widersprochen. Doch ich habe immer Vertrauen in ihren Aussagen gehabt und bin in der Rostocker Hochseefischerei gut damit gefahren. Doch sie sollten mehr die Gemeinsamkeit mit den Fischern suchen und sich nicht abkapseln. Hätte die Ministerin nicht auch mit den Fischern reden und sich austauschen können? Jetzt will sie es versuchen. So mancher Fischer ist in diesem Jahr an den vorhandenen Fangquoten zu Grunde gegangen. Das muss sich ändern. Doch was wird heute, am 21.12.2011, in Brüssel entschieden? Wissenschaftler und Fischer redet miteinander; und die Politiker sollten die Hilfe und Unterstützung gegenüber den Fischern überdenken und Greenpeace sollte sich oft besser überlegen, was sie von sich geben.

Wir ehemaligen Hochseefischer halten immer noch zusammen. Unsere Arbeit in der Fangflotte hat uns zusammengeschmiedet. Unser großes Treffen im April dieses Jahres 2010 hat unterstrichen, wie eng die ehemaligen Hochseefischer mit ihrem Betrieb verbunden waren. Auch die vielen Treffen und Stammtische zeigen, das Interesse an die Rostocker Hochseefischerei ist immer noch vorhanden. Wir sollten noch einmal den Organisatoren unseren Dank sagen. Sie haben durch das große Treffen viele Hochseefischer noch enger zusammen geführt. Die Frage ist nur, wie machen wir es mit dem nächsten Treffen? Zwischenzeitlich leisten die Stammtische, ob in Güstrow, Waren-Müritz, Rostock oder Dresden eine gute Arbeit. Doch in einigen Regionen fehlen sie. Hier sollten ehemalige Hochseefischer überlegen, wie auch sie sich zusammenschließen können. Man muss nur Mut haben und etwas Arbeit investieren.

Noch ist es nicht gelungen einen Verein der Rostocker und Sassnitzer Hochseefischer zu gründen. Gut Ding will Weile haben. Es wird noch gelingen. Ich selbst mag keine Vereine, doch es ist notwendig, damit wir mit einer anerkannten Stimme gegenüber den Behörden auftreten können.

Die Hochseefischer und viele Kolleginnen und Kollegen aus den Landbereichen haben sich in diesem Jahr ganz stark um die Geschichtsbewahrung der Rostocker Hochseefischerei bemüht. Höhepunkt war die Ausstellung auf dem Traditionsschiff. Es war eine gelungene Ausstellung, die tiefe Einblicke in unser damaliges Leben zeigte. Dank den Organisatoren. Nach wie vor ist in Rostock die Museumslandschaft ungeklärt. Unsere wunderbare Ausstellung schlummert in irgend eine Ecke. Es sieht so aus, als hätten wir das Handtuch geworfen und gegenüber dem Oberbürgermeister von Rostock und dem Senat kapituliert. Was wird nun? Wird endlich entschieden, dass das Traditionsschiff in den Stadthafen kommt? Hier könnte ein neues Schifffahrtsmuseum seine Heimat finden. Herr Oberbürgermeister, wir haben früher immer gesagt, wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis. Sicherlich gibt es jetzt schon Leute die hierüber beraten, doch sind es die Richtigen und wie weit geht ihr Interesse? Hier haben wir eine Baustelle von großer Bedeutung.

Als Autor und Verleger möchte ich auch den Autorenkollegen ein Dankeschön sagen. Sie haben mit ihren Büchern mit zur Geschichtsbewahrung intensiv beigetragen. Ob Axe Bäßler, Heinz Adler, Frau Anders, Jürgen Sindermann, Heinz Bonkewitz, Christian Krosch, Rudi Lehmann, Kurt Kaiser und die Autoren von „Fisch-Gründe“ haben die Rostocker Hochseefischerei verewigt. So werden unsere Nachfahren nachlesen können, dass Hochseefischer, Menschen ganz besonderer Art sind, wie auch ich sie in meinen Büchern beschrieb.

Vergessen möchte ich auch den Maler Hans Richter nicht. Mit seiner Ausstellung in Rostock hat er uns an die Logger- und Trawlerzeit zurück erinnert.

Ich freue mich immer wieder, wenn ein ehemaliger Hochseefischer eine Homepage über die Hochseefischerei der DDR ins Internet stellt. Wunderbar, denn hier kann Insiderwissen der Allgemeinheit dienen. Und es sind gute HPs, die von Hubert Klühe und Karl-Heinz Gubik und den anderen Kollegen, ohne die eine oder andere HP hervorzuheben. Auch was die Stammtische dazu beitragen verdient Respekt und ein Dankeschön. Macht weiter so.

Dieser Absatz wurde auf Grund des Schreibens eines Rechtsanwalts vom 28.12.2010, welches am 02.01.2011 bei mir eintraf, entfernt. Meine Darstellungen sollten nicht deffamierend sein, sondern es war ein Angebot hier im Internet eine vorteilhafte Zusammenarbeit im Sinne der Rostocker Hochseefischerei und seiner ehemaligen Angehörigen aufzubauen, sie zu erneuern und zu Pflegen. Ich bin enttäuscht, dass es nicht gelungen ist.

Vergessen möchte ich die Internetnachrichten von Horst Seffner nicht. Oft stößt er uns auf besondere Ereignisse und erinnert an so manchen Termin. Sie gehören schon dazu, zu den Informationen die man durch das Internet erhält. Auch ich erhalte oft Anregungen für meine Arbeit im Internet und er hilft, wo er kann. Mach weiter so.

Sicherlich habe ich einiges vergessen und mancher wird sagen, darüber hätte man auch nachdenken können. Doch ich möchte es hiermit belassen. Schließen wir zufrieden das alte Jahr ab, schieben wir Ungereimtheiten in eine tiefe Backskiste und gehen wir mit frischem Mut in das Neue Jahr 2011.

 




Letztes Update: 08.03.2011, 11:25 Uhr
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