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Arbeitskreis


60 Jahre
Fischwirtschaft
in Rostock Marienehe



Bilder vom Fischereihafen aus den Jahren 1950 bis 1990 und nach der Wende 1990

Fischereihafen




Ständige Ausstellung
Hochseefischerei 1950-1990

Societät Rostock maritim e.V.


Fischerei heute

Der Deutsche Hochseefischerei-Verband e.V. und die heutige deutsche Hochseefischereiflotte


Zusammengestellt aus Informationen aus dem Newsletter des Verbandes und anderen Presseinformationen von Günther Kröger

Hochseefischerei-Verband e.V.


Der Deutsche Hochseefischerei-Verband e.V. ist ein Zusammenschluss von norddeutschen Fischereiunternehmen mit derzeit insgesamt acht Hochseetrawlern, welche in europäischen Gewässern, im Nordatlantik und in außereuropäischen Gewässern fischen. Gemeinsam stehen wir für eine regulierte, transparente und nachhaltige Fischerei. Fischereiunternehmen/Standorte:

1. Ocean Food GmbH & Co.KG/Bremerhaven
2. Doggerbank Seefischerei GmbH incl. Tochtergesellschaften/ Bremerhaven
3. Deutsche Fischfang-Union GmbH & CO.KG/ Cuxhaven
4. Mecklenburger Hochseefischerei GmbH/Sassnitz

Einsatzgebiete/Fischarten

Die Hauptfangplätze befinden sich vor Norwegen, Spitzbergen, Grönland, Island, in der Nordsee, im Nordostatlantik sowie vor Westafrika und im Südpazifik. Die Fangeinsätze werden jährlich unter Berücksichtigung der von der EU Kommission zugewiesenen Fischfangquoten für einzelne Arten und Gebiete, sowie von betriebswirtschaftlichen Überlegungen festgelegt. Die Mitglieder des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes haben sich auf bestimmte Fischarten spezialisiert. Gefangen werden im Wesentlichen die folgenden pelagischen und demersalen Fischarten:
Pelagische Fische:Demersale Fische:
HeringKabeljau
MakreleSeelachs
HolzmakreleSchellfisch
Blauer WittlingSchwarzer Heilbutt
Rotbarsch
Fabrikschiffe in Deutschland
ROS 170„Annie Hillina“pelg. Fänger
ROS 171„Maartje Theodora“pelg. Fänger
ROS 777„Mark“demersaler Trawler, herkömmliche Heckfangtechnologie
ROS 785„Helen Mary“pelg. Fänger
ROS 786„Gerda Marie“demersaler Trawler herkömmliche Heckfangtechnologie
ROS 777 , dass derzeit größte Fabrikschiff unter deutscher Flagge. Im Sommer 2017 werden zwei Schiffe der DFFU NC 100 „Baldvien“ und NC 105 „Kiel“ durch zwei Neubauten ersetzt. Die Modernisierung der Hochseeflotte erfolgt kontinuierlich.

Nachhaltigkeit, Grundsatz in der Tätigkeit des Verbandes DHV

„Nachhaltigkeit – das heißt eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung der Fischbestände, die Arbeitsplätze sichern und so Zukunftschancen eröffnet“
Dr. Uwe Richter, Vorsitzender der DHV

Weitere Informationen in der PDF "Der Deutsche Hochseefischerei-Verband (DHV) im Porträt"






Artikel aus Fisch 2017-01 zum Besuch des Ministers auf dem Schiff von Dr. Richter 

Aktuelle Lage der Kutter- und Küstenfischer in M – V 2017

Norbert Kahlfuss, Präsident des Landesfischereiverbandes M-V e.V.
Als der ICES – Vorschlag für die Ostseequoten 2017 bekannt wurde, war die betroffene Kutter-und Küstenfischerei schockiert.
Die Quote für den westlichen Dorschbestand sollte um 87,5 % gesenkt werden.
Als Begründung wurde das fast komplette Ausbleiben des Nachwuchsjahrgangs 2015 angegeben. Auch die Quote für den östlichen Bestand sollte, wenn auch nicht so drastisch, deutlich reduziert werden. Die angekündigten Quotenerhöhungen beim Hering und bei der Scholle konnten die voraussichtlichen Verluste in der Dorschfischerei bei weitem nicht kompensieren. Verbunden war diese Ankündigung oder besser gesagt diese Empfehlung des ICES an die EU-Kommission mit der Absichtserklärung, auch die Freizeitfischerei auf Dorsch zu quotieren bzw. wirksam zu reglementieren. (Auf die Freizeitfischerei soll hier nicht weiter eingegangen werden, nur so viel, der VDKK und der LVKK-MV waren von Anfang an gegen eine Reglementierung der Angler und stehen nach wie vor zu ihrem Standpunkt).
Sofort nach Bekanntgabe des Vorhabens wurden die Fischereiverbände aktiv.
Es gab Treffen im BMEL, in den Landesministerien und auf Initiative von Frau Rodust (EP-Abgeordnete S-H) 3 Treffen mit allen Beteiligten in Lübeck und Potsdam. Am Tisch saßen neben den EP-Abgeordneten U. Rodust und W. Kuhn, Vertreterder EU-Kommission, des BMEL, der Länder (Minister Backhaus für MV), Dr. Zimmermann (TI) und Vertreter der Fischereiverbände (DFV, VDKK, VDAF und der Landesverbände der Berufs- und Freizeitfischerei).
Der Generalsekretär des DFV sprach von Anfang an von einer bisher nicht gekannten tiefen Krise in der Fischerei, deren Bewältigung außergewöhnliche Maßnahmen erfordert, einschließlich finanzieller Mittel zur Sicherung einer Überlebensstrategie für die Betroffenen.
Diese Position wurde von den Parlamentariern und den Ländern unterstützt.
Seitens des Bundes und der EU wurde auf geltende Vorschriften verwiesen, die einzuhalten wären. An dieser Position änderte sich im Verlauf der Diskussion nichts, auch nicht nach ausführlicher Darstellung der Krisensituation mit ihren möglichen Auswirkungen auf Strukturen an Land.
Auch der Vorstoß des EP-Abgeordneten W.Kuhn im Haushaltsaus-schuss des Deutschen Bundestages, zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen, brachte keine positiven Ergebnisse.

Es muss heute festgestellt werden:

1. Quoten sind beschlossen ( -56 %)
2. Schonzeit für Dorsch (von 45 auf 60 Tage 01.02. – 31.03.)
3. Es gibt Prämien für zeitweilige Stilllegung, die an verschiedene Bedingungen geknüpft wird, deren erste Bedingung lautet: Weitere 30 Tage ohne jegliche fischereiliche Tätigkeit, auch nicht für wissenschaftliche Zwecke o.ä.. Und es wird eine Abwrackprämie in Aussicht gestellt (noch keine konkreten Festlegungen)

Kommentar

Zu 1. 56 % Kürzung der Dorschquote dürfte für einen Teil der Betriebe ein Verzicht (Verbot) auf gezielte Dorschfischerei darstellen, da mit dem Anlandegebot die verbleibende Quote als Beifangquote genutzt werden muss. Im Ernstfall könnte sogar „freiwillige“ Stilllegung wirksam werden, wenn die Quote ausgefischt ist. Die Prämienhöhe ist als Überlebenshilfe zu gering. Sie berücksichtigt nicht die trotz Stilllegung anfallenden Kosten und lässt offen, wie es nach 2017 weiter gehen soll, denn eine Anhebung der Dorschquote auf das Niveau 2016 oder darüber hinaus erscheint heute als Illusiorisch. Die Bürokratie lässt grüßen. Der Fragebogen ist sehr umfangreich und nicht alle Fragen erscheinen sinnvoll bzw. notwendig.

Zur Abwrackprämie:

Bisher waren die Verbände strikt dagegen, da sie dem Erhalt und der Förderung der Fischerei absoluten Vorrang einräumten. Die derzeitige Krise wirft ein neues Licht auf das Problem. Es ist generell notwendig, einen sozialverträglichen Ausstieg aus der Fischerei zu ermöglichen, es ist aber illusorisch, mit dem Abwracken spürbare Erleichterungen für die verbleibenden Betriebe zu erreichen.
Noch bestehende Unklarheiten und Probleme werden weiter bearbeitet, um zum 01.Januar 2017 mögliche Nachbesserungen zu erreichen und offene Fragen zu klären.

Ostseequoten 2107
EU-Gesamtfang Deutsche Quote Änderung
2016/2017
2017 2018
Hering westl. Ostsee
(Gebiete 22-24)
28.401 t 15.670 t 14.496 t + 8 %
Hering mittl. Ostsee
Gebiete 25-27, 28,2 29 und 32
191.129 t 1.115 t 1.035 t + 8 %
Dorsch westl. Ostsee
Gebiete 22-24
5.597 t 1.194 t 2.715 t - 56 %
Dorsch östl. Ostsee
Gebiete 25-32
30.857 t 2.820 t 3.760 t - 25 %
Scholle 7.862 t 626 t 321 t + 95 %
Sprotte 260.993 t 16.310 t 12.644 t + 29 %
Lachs
Gebiete 22-31
(Stückzahl)
95.928 2.212 2.212 +/- 0 %


Zu 2:

Daraus leiten sich für die EO in M-V folgende Quotenanteile ab:


M_V
2016
M-V
2017
Differenz
Hering westl. Ostsee 6.256 t 6.756 t + 8 %
Dorsch westl.Ostsee 664,4 t 292,2 t - 56 %
Dorsch östl. Ostsee 343,9 t 264,8 t - 25 %

Anmerkung: In der Tabelle fehlen Nebenerwerbsfischer, nicht organisierte Haupterwerbsfischer und die FG Sassnitzer Seefischer.

Die Bundesregierung und die BLE gaben Richtlinien für die Inanspruchnahme von Fördermittel als Ausgleich für die Anpassung der Fischereitätigkeit (Ausgleichzahlung bei vorübergehender Einstellung der Dorschfischerei in der Ostsee) heraus.
Dem folgt ein Merkblatt des LALLF MV zur Förderung der vorübergehenden Einstellung der Fischereitätigkeit 2017.
Diese Unterlagen sind den Fischereibetrieben bekannt. Die Information war zum Teil sehr kurzfristig, denn Fischer, die die Stilllegung bereits im Januar 2017 beginnen wollen, mussten ihre Anträge bis 25. November 2016 einreichen. Zu den Fristen kommen noch einige Unklarheiten die die Umsetzung erschweren. Auch dürfte die Einreichung der geforderten Daten einige Schwierigkeiten bereiten.
Alles zusammen genommen dürfte auch die Verwaltung froh sein, alles termingerecht unter Dach und Fach zu bekommen. Wir gehen davon aus, dass in bewährter Zusammenarbeit alle Probleme termingerecht gelöst werden können.

Hier einige Auszüge aus dem Merkblatt:

  • Gefördert werden Haupterwerbsfischer
  • Maximal werden 30 Tage gefördert, die in 10 Tage-Blöcken Vom 01.01. – 31.01. und die vom 01.04. – 30.06. absolviert werden Müssen.
  • Der Fischer muss Mitglied einer anerkannten EO sein. Das Fahrzeug muss eine LÜ a von mindestens 8 m haben.
  • Das Fahrzeug muss zum Stichtag 15.10.2016 über eine Dorschquote in der westlichen Ostsee (Gebiet 22-24) verfügen.
  • Vorlage eines Stilllege- und Fangplanes entsprechend Formular.
  • In den Stillliegezeiträumen sind sämtliche Fischereitätigkeiten einzustellen.
  • Die Höhe der Zuwendungen berechnet sich nach BRZ des Fahrzeugs und an der Kürzung der Dorschquote.

Was sich hier ziemlich einfach liest – der Teufel steckt im Detail.

Um die aktuelle Lage darzustellen, müssen weitere Rahmenbedingungen erwähnt werden.
Ganz oben an steht die Problematik: Fischerei in geschützten Gebieten.Im Jahr 2016 wurde verkündet, dass die Freizeitfischerei in NATURA 2000 Gebieten (FFH Und Vogelschutzgebiete) in der AWZ der Nord- und Ostsee verboten werden soll und die Berufsfischer mit grundberührenden Schleppnetzen und Stellnetzen in o.g. Gebieten ebenfalls verboten, oder doch zumindest sehr stark eingeschränkt werden soll.

Zu 3:

Begonnen werden soll 2017 in der Nordsee, die Pläne für die Ostsee liegen aber bereits vor.

Als Begründung:

Schutz vor Habitaten, speziell Sandbänke und Riffe vor der Zerstörung durch Schleppnetze und Schutz von Seevögeln und See-Säugetieren vor einer Schädigung der Population durch Stellnetze.
Dieser Rundumschlag erfolgt ohne stichhaltige Begründung Und entbehrt jeglicher Grundlage. Selbst Greenpeace gab zu, dass es bisher in keinem Fanggebiet wissenschaftliche Erkenntnisse über Schäden gibt, die eine solche Maßnahme erforderlich machen würde. Es gab keine UVP oder ähnliche Untersuchungen und die zum Teil ins Feld geführten Hochrechnungen über fischereiliche Schäden absolut nicht beweiskräftig. Es gibt eine Reihe von Institutionen der Fischerei, die wie in M-V von Verantwortungsträgern wie Minister Backhaus unterstützt werden, die besagen: Erst prüfen - dann Prüfungsergebnisse auswerten - dann bei Schäden gemeinsam mit den Betroffenen konkrete Maßnahmen festlegen. Ein Angelverbot in der Kadettrinne zum Schutz von Schweinswalen gehört mit Sicherheit nicht dazu.

Anzumerken wäre noch:

Was folgt auf Verbote in den NATURA 2000 Gebieten in der AWZ?. Geht es dann in den Küstengewässern weiter? Und dann folgen die Verbote auf den Binnengewässern?

Die Antwort kann nur lauten:

Naturschutz ist nur wirksam mit den Menschen und für den Menschen. Er kann nicht funktionieren, wenn kleine, meist auch noch weder sach- noch fachkundige selbsternannte Gutmenschen ihn für sich reklamieren.

Abschließend für dieses Heft muss leider das ThemaKomoran zumindest genannt werden. Ich selbst bin seit der Wende damit befasst und habe viele Kampagnen und Initiativen auf allen Ebenden von EU bis Bundesland von Zentral-Verbänden bis örtlichen Vereinen mit erlebt und teilweise versucht, sie mit zu gestalten. Heute muss ich sagen, dass wir im Prinzip nichts erreicht haben.
Deshalb hier nochmals der Apell an die zuständigen Stellen, endlich Nägel mit Köpfen zu machen. Die Grundlagen sind vorhanden – oder doch nicht?
Befinden sich die großen Kolonien hier in M-V etwa in Gebieten, die in Privathand gegeben wurden? Wenn dem so ist, dann sollte das den Nutzern klipp und klar mitgeteilt werden.
Wir sind es leid, ständig gegen Wände zu stoßen und könnten unsere Kräfte sinnvoller bei der Bewältigung lösbarer Probleme einsetzen.

In diesem Sinne wünsche ich allen, die sich angesprochen fühlen einen geruhsamen Jahreswechsel und die nötige Kraft für die Lösung der Aufgaben des Jahres 2017.

Aus Fischerei- und Fischmarkt in Mecklenburg – Vorpommern 4/2016


Greenpeace attackiert die Hochseefischer, eine der heftigsten Angriffe.

Fischereischiffe der heutigen Generation sollen nicht mehr fischen.


Günther Kröger

Was möchte Herr Thilo Maack denn nun eigentlich, was beabsichtigt Greenpeace? Für mich ist ihre Absicht klar und eindeutig, sie wollen, dass die Hochseefischerei endgültig eingestellt wird. Was von der Hochseefischerei und vor allem der deutschen Hochseefischerei noch übrig ist, wollen sie von den Meeren verdammen.
Diese sogenannten 20 Monsterschiffe, so die globale Aussage, fischen alles weg, zerstören die Fischbestände, wo auch immer in welchen Gebieten. Vernichten mit ihrer Fischerei riesige Mengen Beifang, den sie ins Meer zurückwerfen. Sie fischen die Küstengewässer leer.
Man kann annehmen, diese Leute sind besessen von der Idee, alles was mit Netzen Fischerei betreibt zu verbieten.
Es wäre ihnen sicherlich angenehm, wenn nur noch mit der Angel gefischt würde, ich meine die Angeln, die Sie und ich im Keller stehen haben.
Wenn ich mich mit den Forderungen zur Hochseefischerei von Greenpeace befasse, komme ich zu dem Schluss, diesen Leuten fehlt der Sachverstand und ein gesundes Denkvermögen.
Es wäre notwendig, wenn sich diese Herren einmal mit den wissenschaftlichen Unterlagen befassen, die als Grundlage für die Festlegungen der Quoten und Empfehlungen dienen. Von den Regierungen der Länder werden diese Quoten tiefgründig analysiert, bevor die Reedereien über diese verfügen können.
Fischen sie in Gewässer von Küstenstaaten diese Quoten ab, dann stehen sie unter ständiger Beobachtung, werden ständig bezüglich der Einhaltung kontrolliert. Müssen täglich über ihre Fischerei berichten.
Fischen sie in internationalen Gewässern ist es nicht anders.

Ich habe mich in der letzten Zeit mit der Hochseefischerei in unseren Zeiten, aber auch intensiv mit der heutigen Fischerei beschäftigt, da ich zur Zeit an einem Buch über die Fischereikapitäne der deutschen Hochseefischerei nach 1945 arbeite.
Daher traue ich mir zu, den heutigen Kapitänen zu bestätigen, dass sie immer bestrebt sind eine nachhaltige Fischerei zu betreiben. Dass sie sich einbinden in Projekte, die dem Schutz der Bestände dienen. Ihre Fangnetze den Forderungen der Küstenstaaten und ihrer Regierungen gerecht werden. Wussten Sie, dass in Ihren Netzen Maschenweiten von 32 m gefahren werden, die sich langsam zum Achternetz verkleinern und aus ihren Achternetzen können kleine Fische lebend entweichen.
Greenpeace sollte bedenken, wenn sie es können, dass in der küstennahen Fischerei auch keine andere Fischerei wie in de Hochseefischerei betrieben wird. Wenn sie meinen hier können dann die Fangmengen durch viele kleine Schiffe entnommen werden, dann sollten sie eigentlich wissen, dass es nur noch eine sehr eingeschränkte Kutterfischerei gibt. Durch die Quoten und die damit im Zusammenhang stehenden Regelungen, haben viele Küstenfischer ihre Arbeit einstellen müssen. Gerne würden sie wohl die Fischerei ganz verbieten.
Es ist schier eine Verleumdungskampagne gegen die Fischer in der großen Hochseefischerei. Ich kann eigentlich nur den Hut ziehen vor den Fischereikapitänen, den Hochseefischern und ihren Reedern, dass sie trotz aller Hindernisse mit ihren Fischereischiffen sich auf den Fangplätzen der Meere behaupten.




Rede des Vorsitzenden Herrn Norbert Kahlfuss


Norbert Kahlfuss – Präsident des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer MV e.V.

Lesen Sie hier den Artikel

 

Nachfolgender Bericht aus der Fachzeitschrift Fischerei & Fischmarkt in Mecklenburg-Vorpommern

Heft 4/2013 wird mit Genehmigung von Dr. Uwe Richter veröffentlicht.

Lesen Sie hier den Artikel


mit Genehmigung des Deutschen Fischereiverbandes (07.01.2014).

Pressemitteilung_23.08.2013
Pressemitteilung_18.09.2013
Pressemitteilung_18.10.2013


BMEL - Pressemitteilungen - Gro�e Fortschritte bei der Erholung der Ostsee-Fischbest�nde


Standpunkt von Günther Kröger zum Ostseehering und der Quotenerhöhung. Das MSC Gütesiegel muss kommen.

Ostseehering, beim Verbraucher beliebt wie eh und jeh.

Der Ostseehering, grün, geräuchert, als Konserve oder mariniert, war und ist nicht nur an der Küste, sondern auch im Inland eines der beliebtesten Fische der deutschen Verbraucher. Auch heute hat sich nichts daran geändert, er steht immer wieder auf dem Speisenplan unserer Menschen. Und bei mir zu Hause habe ich immer Heringskonserven, Rollmops oder marinierten Hering im Kühlschrank. Er fehlt einfach überhaupt nicht. Schon aus DDR-Zeiten wissen wir von seiner Schmackhaftigkeit und seinen vielen Variationsmöglichkeiten in der Zubereitung. Und hat man mal einen Kater, dann wird nach dem Rollmops gesucht. Wir Vogtländer haben natürlich den Teufelroller immer im Schrank und der hilft in so einem Fall Wunder.

Meine Absicht ist natürlich nicht hier Werbung zu betreiben, ich möchte hier an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass unsere Küstenfischer an der Ostsee in der Vergangenheit einen zähen Kampf mit der Politik und den Umweltschützern führten, um Fangquoten zu erhalten, von denen sie Leben können. Einen Kampf, der nicht nur darauf ausgerichtet war mehr Fisch in den unterschiedlichsten Fischarten fangen zu können, sondern der auch immer wieder den Ansprüchen einer nachhaltigen Fischerei gerecht wurde. Aus meinen Gesprächen mit dem Vorsitzenden der Kutter- und Küstenfischer Mecklenburg -Vorpommern e.V. Kapitän Norbert Kahlfuss und den Verbindungen zu Herrn Uwe Richter, Geschäftsführer Euro-Baltic ist mir bewusst, wie energisch sie sich für eine nachhaltige Fischerei einsetzen. Sie sind Vorort und erleben den Kampf der Fischer hautnah, wie diese auf ihren Schiffen und Booten sich täglich mit den bestehenden Vorschriften und Regelungen auseinandersetzen müssen. Viele von ihnen haben den Kampf um ihre Existenz aufgegeben, weil die Einschränkungen der Quoten sie dazu zwang.

Nun haben sie wieder Hoffnung, denn die EU-Fischereiminister haben die Quote für den Heringsfang in der Ostsee auf 25 800 Tonnen festgesetzt. Die Bestände haben sich wieder erholt und können diese Erhöhung der Quote vertragen. Sicherlich ist es ein Ergebnis der jahrelangen Bemühungen der Fischer und letztendlich der Akzeptanz der niedrigen Quoten für den Hering. Schaut man aber auf die wissenschaftlichen Aussagen, die alles Infrage stellenden Umweltschützer und auf die Diskussionen der Politiker der letzten Jahre zurück, dann sollte man vorsichtig mit den pauschalen Urteilen zur angeblichen Überfischung in unseren Fanggebieten sein.

Vielleicht wäre es mal eine gute Sache, als Arbeitsgrundlage für die Politiker, die Aussagen der letzten Jahre zu den Beständen in unseren Weltmeeren einer gründlichen Analyse zu unterziehen, um richtige Schlussfolgerungen für die Beurteilung der Fischbestände in den Weltmeeren zu ziehen.

Ich bin mir sicher, dass man für den Ostseehering das MSC Gütesiegel erhalten wird. Es wäre für die Vermarktung eine wichtige Voraussetzung, die auch den Verbraucher in der Wahl der Fischerzeugnisse sicherer macht.

Günther Kröger


 

In meiner Homepage, liebe ehemalige Kolleginnen und Kollegen, berichte ich unter „Fischerei heute" über die Fischerei in der Ostsee, der Nordsee und in anderen Gebieten. Ihr habt mir geschrieben und mitgeteilt, dass es euch interessiert was - Heute -, in der jetzigen Zeit in der Fischerei passiert.

Nun liegen mir erneut die Reden und Standpunkte des Vorsitzenden des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer von Mecklenburg-Vorpommern e.V. im Zusammenhang mit dem Fischereitag 2013 am 31.05.2013 in Negast und vom Fischereitag vom 18. bis 20. Juni 2013 in Ulm vor.

Liest man diese Berichte aufmerksam, dann stelle ich immer wieder fest,

  • dass unsere Fischer ungenügend informiert und in die Lösung anstehender Probleme einbezogen werden,
  • dass es eine ungenügende, oft sogar mangelhafte oder gar keine Zusammenarbeit mit den Politikern gibt,
  • dass die Umweltverbände meistens überzogene Forderungen stellen und Erfolge in der nachhaltigen Fischerei ignorieren.Wahrscheinlich übersehen sie, dass die Fischer mit der Fischerei ihre Familien ernähren und sie von der Fischerei leben,
  • Wissenschaftliche Untersuchungen viel zu wenig Beachtung finden, weil vermutlich die Wissenschaftler nicht das Gespräch mit den Fischern suchen,
  • die Fischer immer zu einem Dialog bereit sind und überzeugende Argumente auch anerkennen und dann dahinter stehen,
  • die Fischer ganz genau hinsehen und zuhören, was von der Politik gesagt und diskutiert wird, denn es geht ja ums Überleben.
  • dass den Fischern viel zu wenig Unterstützung von den Regierungen gewährt und es verkannt wird, dass die Fischerei an den Küsten der Meere die Kulturlandschaft mitprägen und wertvoll für den Tourismus sind.

Vielleicht lassen sich die Wissenschaftler und Politiker meine Aussage einmal auf der Zunge zergehen und suchen den Zusammenschluss mit den Fischern. Nur so kann man eine neue Fischerei - Reform mit Leben versehen.


Günther Kröger

Lesen sie dazu folgende die Dokumentation vom Fischereitag MV, Deutschen Fischereitag Ulm, Verband der VdKK

 


 

Der Fischerei im EU-Gebiet werden drastische Grenzen gesetzt.

EU-Parlament hat beschlossen.....

Das EU-Parlament hat am 30.06.2013 beschlossen, die Vorschläge der Eu-Fischereiminister umzusetzen. Sie wollen mit der Reform eine nachhaltige Fischerei sichern und die Erholung der Fischbestände vorantreiben. Kernpunkt der Reform ist das Verbot des Rückwurfs von Beifanges, der keinen Handelswert besitzt. Die EU-Fischereiländer sollen zur nachhaltigen Fischerei verpflichtet werden. Die beschlossene Vorlage wird nun dem Ministerrat der 27 Eu-Ländern zur Umsetzung 2014 vorgelegt.

Weitere Schwerpunkte der Reform sind:

- Reduzierung der Quoten für beschädigte Fischbestände

Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse und die

Meinung von Experten.

- schrittweises Verbot des Rückwurfs des Beifanges und

Anrechnung auf die Quote (5% noch erlaubt).

- Überarbeitung der Fischereiabkommen mit Entwicklungsländer. Anwendung gleicher Regulierungen wie in den EU-Fischereiländern, um Überfischung zu vermeiden.

- drastische Sanktionen bei Nichteinhaltung der Festlegungen.

- Reduzierung der Fangflotten

Eine Erholung der Fischbestände bis zum Jahr 2020 ist die Zielstellung. Gefördert werden soll die Küstenfischerei und die Entwicklung von Netzen zum Abbau des Beifanges. Es ist schon richtig wenn die Politiker bemerken, dass der wichtigste Akteur der Fischer ist. Leider habe ich bisher noch keine Stellungnahme der Fischer erhalten. Vielleicht liegt es auch daran, dass in den einzelnen EU-Fischereiländern, denen der Beschluss ja übergeben werden soll, noch kein Standpunkt vorliegt. Wichtig ist auch, wie sich die starken Fischereiländer der EU verhalten.

Günther Kröger

 


 

 

Vorschläge der Fischereiminister an das EU-Parlament zu Reformen in der Fischereipolitik.

Am 13. und 14. Mai 2013 tagten die EU Fischereiminister und erteilten im Ergebnis der irischen Ratspräsidentschaft ein neues Mandat für Verhandlungen über eine Reform der gemeinsamen Fischereipolitik.

Es geht gezielt darum, in Zukunft mit strengeren Maßnahmen die Fischbestände aufzubauen und zu erhalten. Mit einem modernen Fischereimanagement will man der Überfischung der Meere entgegentreten. Die europäischen Fischereien sollen, spätestens bis 2020 nach dem Prinzip des maximalen Dauertrages bewirtschaftet und die mehrjährigen Bewirtschaftungspläne auf alle wirtschaftlich genutzten Fischbestände ausgedehnt werden. Dieses Prinzip soll die nachhaltige Nutzung der Bestände sichern und soll die Grundlage einer wirtschaftlichen tragfähigen Fischerei werden.

 Ein bedeutender Schwerpunkt ist die Neufestlegung des geplanten Rückwurfverbots, welches mit 5 % deutlich über Festlegungen aus den Februarvorschlag (7%) liegt.

Es geht hierbei um den unerwünschten oder untermaßigen Fang, den wir früher als Beifang bezeichneten und der zu Fischmehl verarbeitet oder auch auf kleineren Schiffen ins Meer zurückgeworfen wurde. Die Bundesregierung hat sich hinter diesen Vorschlägen gestellt.

In der Europäischen Union ist nun ein offener Streit um die gemeinsame Fischereipolitik ausgebrochen.Die Fischereistaaten Frankreich, Spanien, Portugal, Griechenland und Irland wollen die Reform zum Schutz überfischter Bestände verhindern. Man erreichte durch die Gruppe �Freunde des Fischens" dass der Verhandlungstermin mit dem Parlament erstmal verschoben wurde. Diese Staaten fürchten, dass durch die Reformpläne die EU - Fangflotten um 40 % reduziert werden und zum Abbau von 30.000 Arbeitsplätze in der Berufsfischerei führen. Auch die Subventionierung der Fischerei, 1994 - 1999 waren es 3 Milliarden Euro, steht auf dem Spiel.

Auch für die Fischer in Deutschland wird es zu drastischen Fangminderungen kommen. Die Existenz vieler Fischer ist bedroht.

 

Günther Kröger


 

Günther Kröger 12.01.2013Fangquoten 2013 in der Nordsee und im NO-Atlantik

 

In Brüssel tagten im Dezember 2012 die Fischereiminister und berieten über Fangquoten 2013.

Im Dezember werden die Quoten endgültig festgelegt, da erst zu diesem Zeitpunkt die Beratungen mit Norwegen erfolgen.

Im Dezember berichtete ich, dass nach Aussagen der Fischereiminister der EU-Länder im Dezember eine Einigkeit über die Quoten 2013 erreicht wurde. Zufriedene Fischer gehen ins „Neue Jahr" 2013 schrieb ich und so wird es wahrscheinlich auch sein.

In der Nordsee können die deutschen Küstenfischer 2013 mehr Hering, Scholle und Seelachs fangen. Um 15 % wird die Quote für diese Fischarten angehoben. Gründe für die Erhöhung sind vor allem die Erholung der Bestände. Man bekräftigte noch einmal die Fortschritte bei der nachhaltigen Fischerei der Fischbestände.

Auf Grund der intensiven Fischerei durch die Fischer Islands und der Faröer wird die Quote für Makrele gesenkt. Nur 70 % der Fangentnahme des Vorjahres ist zulässig. Bei Kabeljau dürfen ebenfalls nur 75 % des Vorjahres entnommen werden.

Diese Festlegungen geben den Fischern wieder Sicherheit, entgültig sind die Fangquoten aber noch nicht.

Die Fanggebiete werden gemeinsam von der EU und Norwegen bewirtschaftet. In Januar 2013 findet eine Beratung mit Norwegen statt.

Die Umweltschützer protestierten gegen diese Entscheidungen und nannten sie halbherzig und nicht im Sinne des Fischartenschutzes.


 

Tagung der Fischereiaufseher Norddeutschlands

Am 22. und 23. November 2012 trafen sich die Fischereiinspektoren Norddeutschlands zu einer Schulung an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpom­nems in Warnemünde. Etwa 80 Teilnehmer aus Meck­lenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und von den Fischereischutzbooten des Bundes bildeten sich zum EU-Recht, speziell der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP), fort. Referenten der EU, des Bundes, aus der Forschung und der Fischereiaufsicht teilten

Wissenswertes aus Ihrem Fach mit und schufen somit die Basis für wertvolle Diskussionen.

Aus dem Inhalt:

Um eine nachhaltigere Nutzung der Fischbestände sicherzustelIen, hat die EU 2009 die Fischerei-Kontroll­erordnung erlassen. Damit ergaben sich große Veränderungen in den Aufgaben der für Fischereiaufsicht und verwaItung zuständigen Behörden.

Mit den neuen Informations- und Datenverarbeitungssystemen wie satellitengestützte Fischereifahrzeugüberwachung, elektronisches Logbuch und .ektronische Verkaufsabrechnung kann sich der Fichereiinspektor nun jederzeit einen Überblick über die fischereiliche Lage verschaffen und notwendige Kontrollen effizient planen und durchführen.

Ein weiteres neues Thema ist die Rückverfolgung von Seefischerei-Erzeugnissen, die im Rahmen der Ta­gung intensiv diskutiert wurde. Zu beachten ist, dass zu­künftig die Rückver-folgbarkeit von diesen hochwertigen Lebensmitteln über die gesamte Handelskette, also vom Teller zurück bis zum Fischer, gewährleistet sein muss.

Die Reform der GFP wird noch weiter gestaltet. Insoweit wird auch in Zukunft mit Änderungen in den Kontrollverfahren,-methoden und Anforderungen zu rechnen sein. Zu nennen sind z. B. hier die

- avisierte Einführung eines Discardverbotes

- handelbare Quoten sowie

- - neue Datensammlungs- und -validierungssysteme.

Vereinbart wurde, dass über die Laufzeit der GFP re­gelmäßig Tagungen und Fortbildungsveranstaltungen der Fischereiinspektoren stattfinden sollen, um den Re­formprozess aktiv zu begleiten.

Mitteilung des LALLF, Abt. Fischerei und Fischwirtschaft

fISCHEREI £ Fischmarkt in MV 1/2013

 

 

 

 

Freie Presse 28.02. 2013

Lesen Sie dazu den Artikel

 

 

 

 


07.12.2012

Kapitän Norbert Kahlfuss
Vorsitzender des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer MV e.V.
zieht Bilanz zum Jahr 2012

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wenn dieses Heft „Fisch & Fischmarkt in Mecklenburg-Vorpommern“ erscheint, sind es nur noch einige Tage bis zum letzten Tag des Jahres 2012. Zum Bilanzziehen ist es noch ein wenig zu früh, aber ein kleiner Rückblick ist durchaus möglich.
Dabei fällt auf, dass sich ein Trend fortsetzt, der alle Sparten der Fischerei berührt und den Berufs- und Freizeitfischern im Binnenbereich und auf See die Ausübung ihres Gewerbes oder Hobbys erschwert. Gemeint ist die restriktive (um nicht zu sagen teilweise unsinnige) Fischereipolitik der EV und der immer stärker werdende Ruf von NGOs nach Einschränkung der Fischerei bis hin zu Verboten zum Fang bestimmter Fischarten bzw. dem Ausschluss der Fischerei aus traditionellen Fanggebieten.
Die Begründung dafür ist oft fadenscheinig und stützt sich dabei auf längst überwundene Zustände. Unzählige Verallgemeinerungen sind an der Tagesordnung.Und an allem ist natürlich die Fischerei schuld.
Natürliche Schwankungen der Bestünde, klimatische Einflüsse, andere Nutzungen und die teilweise doch sehr mangelhaften wissenschaft­lichen Erkenntnisse auf Grund einer nicht auf der Höhe der Zeit befindlichen Fischereiforschung bleiben meist außen vor.
Gegen diese Politik wendet sich der Deutsche Fischereiverband mit all seinen Sparten und Einrichtungen. Das kam sehr deutlich auf dem Deutschen Fishereitag 2012 in Papenburg zum Ausdruck.
Deutlich wurde jedoch auch, dass Fischer und Angler nicht alleinstehen.
Es gibt in den Parlamenten von den Bundesländern bis hin zum Europaparlament, in der Bundesregierung und in den Landesregierun­gen, in den Forschungseinrichtungen auf allen Ebenen und auch im Naturschutz mit allen seinen Tätigkeitsfeldern Freunde und Unter­stützer einer sach- und fachgerechten Fischerei. Die gibt es natürlich ebenso vor Ort.
Auch das war in Papenburg spürbar und gibt dem Deutschen Fischereiverband die Gewissheit, dass eine Fischerei auch künftig, wenn auch unter schwierigen Bedingungen, möglich sein wird und ihren Beitrag zur gesunden Ernährung nachhaltig leisten kann. Dass dabei auch neue Wege beschritten werden müssen, ist klar.
Viele Dinge wurden in der Vergangenheit bereits auf den Weg gebracht, vieles ist in Arbeit und vieles muss auch künftig noch getan werden. Gemeinsam sollte das zu schaffen sein.

Norbert Kahlfuss
Vorsitzender des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer
MV e.V.

(Fischerei & Fischmarkt in MV )


 

Deutscher Fischereitag - Papenburg 2012 (28.-30.Aug.)

Norbert Kahlfuss - Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Kutter-und Küstenfischerei e.V. und
Andreas Schlüter - Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Naturschutz des LFV MV e.V.

Der Deutsche Fischereitag 2012 fand vom 28.-30. Au­gust in Papenburg (Niedersach­sen) auf dem Gelände der al­ten Meyer-Werft im „Hotel Alte Werft“ stall. Das hier eingerich­tete Tagungs- und Kulturzentrum wurde hohen Ansprüchen ge­recht. Ein Theater ist dort ebenso Bestandteil des Komplexes, wie diverse Tagungsräume und eine Malschule. Auch ein Hafen ist in Betrieb, allerdings nicht mehr für die großen „Pötte".
Das alles und sehr freundliches Wetter waren beste Voraus-setzungen und würdiger Rahmen für die vielfältigen zentralen und internen Veranstaltungen des Fischereitages. Hochrangige Gäste gaben ihre Statements ab und beteiligten sich zum Teil auch an
weiteren Tagungen.
Zur zentralen Eröffnungsveranstaltung konnte der Vizepräsident des Deutschen Fischerei-Verbandes (DFV)
Norbert Kahlfuss, unter anderem begrüßen:
   Ulrike Rodust - Mitglied des Europaparlaments
Peter Bleser - parlamentarischer Staatssekretär im BMELV
Gitta Connemann - MdB
Gert Lindemann - Landwirtschaftsminister Niedersachsen
Dr. Hanns-Christoph Eiden — Präsident der BLE
Jan Peter Bechtluft - Bürgermeister von Papenburg
Dr. German Jeub und weitere Mitarbeiter des BMELV
Vertreter mehrerer Landes- und Fischereibehörden
und mit großer Freude auch den ehemaligen
Präsidenten des DFV, Herrn Martin Brick.
Genesungswünsche gingen an den Präsidenten des DFV,
Holger Ortel, der wegen einer akuten Erkran­kung nicht an der Eröffnung teilnehmen konnte.
Seine Rede verlas der Generalsekretär des Deut­schen Fischereiverbandes (DFV), Dr. Peter Breckling.

Wie in jedem Jahr tagten im Rahmen des Fischereitages der Verband Deutscher Fischereiverwaltungsbe­amter und Fischerei-Wissenschaftler, die Kormoran-­Kommission, die Fischerei- und Wasserrechtskommis­sion, die Aalkommission, der Verband der Deutschen Hochseefischer, der Deutschen Kutter- und Küsten­fischerei, der Deutschen Binnenfischerei, der Deut­schen Anglerverbände und mehrere Arbeitskreise.
Selbstverständlich tagten auch das Präsidium und die Mitgliederversammlung des DFV.

Von großem Interesse war die Vortragsveranstaltung des wissenschaftlichen Beirates des DFV mit dem The­ma: „Neue Ansätze im marinen Fischereimanagement“.
Es ging um die Reform der GFP und den Ökosys­temansatz   (Dr. Gerd Kraus), zentrale Elemente der GFP und Position des Europaparlaments (U. Rodust), Vermeidung von unerwünschten Beifängen und Dis­cards (Dr. Zimmermann), handelbare Quoten (Dr. R. Döring), maximale Dauerverträge und anderes mit einer anschließenden intensiven, und zum Teil kontro­versen Podiumsdiskussion.
Dafür stand ein ganzer Tag zur Verfügung.

Daneben liefen aber auch andere Beratungen und so machte sich eines der Probleme Deutscher Fischereitage bemerkbar - Zeitdruck.
Nicht jeder konnte an jeder ihn interessierenden Veranstaltung teilnehmen, da er Prioritäten setzen musste. Aber es gibt die Broschürenreihe „Arbeiten des Deutschen Fischereiverbandes“ - wo man das Wichtigste nachlesen kann (ab Ende 2012/Anfang 2013 zum Download auf der Homepage des DFV www.deutscher-fischerei-verband.de) und es gibt an­dere Meetings, wo die oben genannten Themen eben­falls auf der Tagesordnung stehen.
Ein Deutscher Fischereitag wäre unvollständig ohne Begleitprogramm, das den Teilnehmern unter an­derem einen Besuch der Meyer-Werft ermöglichte und einen landestypischen Abend, der mit Unterstützung der Landesregierung vom Landesfischereiverband Nie­dersachsen hervorragend organisiert war und allen Teilnehmern bei einer Dampferfahrt auf der Ems viele Eindrücke vermittelte.

Zur Begrüßung sagte der Vorsitzende des VDKK, Norbert Kahifuss:
Der Deutsche Fischereitag findet traditionsgemäß in jedem Jahr in einem anderen Bundesland statt, mal an der Küste und mal im Binnenland. Küstenländer gibt es bekanntlich weniger als Bin­nenländer und so ist es für die Hochsee- und die Kut­ter- und Küstenfischerei immer eine besondere Freude, wenn wieder einmal ein Küstenland Gastgeber ist. Ich freue mich ganz besonders, Sie alle hier und heute als Vorsitzender des VDKK begrüßen zu dürfen.
Diese Mal ist es also Niedersachsen und speziell die Stadt Papenburg. Da fällt dem Normalverbraucher als erstes die Meyer-Werft ein. 1795 gegründet ist sie heute für ihre Luxusliner bekannt. Mehr als 2 500 Beschäftigte bauen hier aber auch andere Schiffstypen. Die Werft lockt jährlich bis zu 300 000 Besucher und ist damit ein Touristenmagnet.
Warum sage ich das? Ich möchte nicht die Grußworte des Bürgermeisters vorweg nehmen.
Ich sage das, weil mir als Rüganer dazu einfällt, dass nach der Wende Pläne bestanden, auf Rügen einen Zweigbetrieb zu errichten.
Verhindert wurde das durch so genannte Umweltschützer, die das Aus für den Tourismus auf unserer Insel voraussagten, die Horrorszenarien verbreiteten, Ängste schürten und die Vernichtung oder dcch zumindest eine irreparable Schädigung der Natur prophezeiten.
Schauen Sie sich Papenburg und Umgebung an, schauen Sie sich die Touristenströme an und sagen Sie mir, was hier vor Ort davon zu sehen ist.
Die Emsvertiefung lasse ich mal außen vor.
Der Standort Rügen hätte da weit weniger Probleme gebracht. Aber viel schlimmer erscheint mir, dass die Unkenrufer nichts gelernt haben, im Gegenteil.
Nach wie vor werden Behauptungen ohne Beweisführung aufgestellt, werden Entwicklungen verhindert, Vorhaben verzögert. Jeder kann aus eigener Erfahrung davon berichten.
Für die Fischerei nenne ich nur die Stichworte Komoran bzw. Seevögel, Meeressäuger, Habitate und Fischotter.
Da wird behauptet, ohne zu beweisen, dass Stellnetze Flora, Fauna und Habitate nachhaltig schädigen, dass Reusen den Fischotter dezimieren, dass Komorane keine Schäden anrichten (außer an Teichen) und anderes mehr.
All das erfolgt sehr einseitig, Ursachen und Einflüsse, die außerhalb der Fischerei liegen, werden ausgeklammert.
Man gewinnt den Eindruck, die Fischerei soll das Bauernopfer für unterschiedliche Interessen sein, doch so kann es nicht funktionieren.
Grundlage des Handelns, so unsere Forderung, müssen wissenschaftliche Daten, praktische Erkentnisse und ein ausgewogenes Verhältnis von Ökonomie, Ökologie und sozialökonomischer Erfordernisse sein.
Ein Deutscher Fischereitag ist ein hervorrages Podium für die Erörterung dieser und anderer Probleme.

(Fischerei & Fischmarkt in MV)

 



Eröffnungsrede von Holger Ortel, Präsident des Deutschen Fischerei-Verbandes e.V. / Union der Berufs- und Sportflscher    (28.-30.Aug.2012)

Verlesen vom Generalsekretär des DFV Dr. Peter Breckling. Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Bleser,
sehr geehrter Herr Minister Lindemann, sehr geehrter Herr Präsident Eiden, sehr geehrter Herr Bürgermeis­ter, meine hochgeschätzten Kollegen Abgeordnete aus dem Bundestag, dem Land­tag und den Kommunalparlamenten, liebe Mitstreiter aus der Verwaltung und den befreundeten Organisati­onen, und natürlich ganz besonders liebe Fischerinnen und Fischer, ich freue mich, dass wir mit dem Deut­schen Fischereitag 2012 in der niedersächsischen und emständischen Stadt Papenburg zu Gast sein dürfen. Seit seiner Gründung im Jahre 1 870 war der Deutsche Fischerei-Verband schon oft in Niedersachsen zu Gast....

Lesen Sie hier weiter

                            


 

Mitgliederversammlung des VDKK —Verband der Deutschen Kutter- und Küstenfischerei e.V.

Nobert Kohifuss — Vorsitzender der VDKK  (28-30.Aug.2012)

Der Vorsitzende, Norbert Kahifuss, ging in seinem Bericht auf die aktuellen Fragen und Probleme der Kutter- und Küstenfischerei ein, sowie auf die des Jahres 2011.
Ein Paukenschlag war der Fangstopp der Krab­benfischer im Frühjahr des Jahres 2011 über 5 Wo­chen. Damit protestierten sie gegen den Preisverfall ihrer Fänge auf 1,50 EUR pro kg bei gestiegenen Treibstoff kosten.
Als wichtigste zukunftsorientierte Maßnahme wur­de eine einheitliche Erzeugerorganisation vorbereitet.
Die Arbeit verlief mit Unterstützung des Landes Niedersachsen und speziell von Minister Lindemann erfolgreich. Auch die Preise stiegen wieder an und erreichten im 1. Halblahr mehr als 4 EUR pro kg.
Die Muschelfischer kämpfen einerseits mit dem Problem des Imports von Saatmuscheln und anderer­seits mit der Sicherung langfristiger Verträge zur Aus­übung ihres Gewerbes mit den Landesregierungen.
Schleswig-Holstein hat bis zum Jahre 2026 Rechts­sicherheit erwirkt. Niedersachsen erwartet von seiner Landesregierung ähnliche Beschlüsse.
Im Jahre 2011 konnten insgesamt gute Ergebnisse abgerechnet werden: 23 156 t bedeuten eine Steige­rung zum Vorjahr von 4 000 t und auch der Durch­schnittspreis stieg von 0,84 auf 1,59 EUR pro kg.
In der Nordseefischerei gibt es - trotz anders lautender Meldungen der EU-Kommissarin Frau Dama­naki - immer noch das leidige Problem der kW-Tage. Das führt zu Problemen bei verschiedenen Fischereien. Deshalb besteht nach wie vor die Forderung nach Abschaffung der Aufwandsregelungen, auch in der Ostsee, wo es sie in Form von Seetagen gibt (auch neben den Quotenregelungen).
Für die Ostsee gibt es Lichtblicke bei den Dorsch- und Heringsquoten, die beim Dorsch allerdings durch einen Preisverfall wieder aufgehoben werden.
Kritisiert werden die Horrormeldungen von den leer gefischten Meeren.
Trotz neuer Erkenntnisse aus Wissenschaft und For­schung werden von Greenpeace und anderen Orga­nisationen immer noch längst überholte Daten benutzt und alle Anstrengungen der Fischerei negiert.
Dabei gibt es durchaus Fortschritte bei der Bewirt­schaftung der Bestände im Nordatlantik (einschließlich Nord- und Ostsee), die auf verantwortungsbewuss­tem Handeln der Fischer, Manage-mentplänen und Bestandsforschung basieren.

Weitere Schwerpunktthemen aus der EU ­Fischereipolitik waren die Discards, handelbare Quoten, Videoüberwachung und Marktordnung.
Zu deren Lösung gab es vielfältige Kontakte des Verbandes zu Landes-, Bundes- und EU Behörden, Parlamenten und wissenschaftlichen Einrichtungen.
In vielen Punkten konnten Probleme mit Unterstüt­zung der Bundesregierung, dem von Thünen-Institut, dem Bundestag und dem EU-Parlament, aber auch auf Landesebene einer Lösung zugeführt oder zumindest auf den Weg gebracht werden. Beispiel: Handelbare Quoten und Discards.
Bemängelt wurde wiederum die Flottenförderung, insbe-sondere Neubauten, deren Förderung nach wie vor verboten bleibt. Vergleicht man das mit anderen Wirtschaftszweigen, bleibt leider nur festzustellen, dass von Wettbewerbsfähigkeit kaum etwas übrig bleibt.
In Deutschland wurde das Seefischereigesetz an die neuen EU-Vorschriften angepasst. Auf Initiative des Präsidenten des DFV, MdB Holger Ortel, gab es eine Anhörung beim Bundestagsausschuss für Ernäh­rung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, wo wir Vorschläge einbringen konnten, z. B. zum Strafpunkte­katalog. Wir gehen davon aus, dass unsere Hinweise weitestgehend beachtet werden.

Ein weiteres Schwerpunktthema war Fischerei und Naturschutz.
Fanggebietsverlust durch Windparks und ihre Landanbindung sowie der Versuch, die Fischerei
aus FFH-Vogelschutz- und anderen geschützten Gebieten zu verdrängen, bereiten zunehmend Sorgen. Lösungen sind kaum in Sicht.
Der Verband steht vor immer schwieriger werden­den Aufgaben. Mit Unterstützung der norddeutschen Länder, des Verbandes der Deutschen Hochseefischer und unseres Verbandes konnte der DFV personell durch die Einstellung von Herrn Claus Ubl verstärkt werden.
Mit ihm und der Unterstützung unserer Verbandsmitglieder müssen und wollen wir uns weiter für den Erhalt und die Zukunft der Deutschen Kutter­tenfischerei einsetzen.
An der Sitzung des VDKK nahm auch der Fischer Kai Dunkelmann aus Boltenhagen (MV) teil. Seine Sicht auf die EU-Fischereipolitik können Sie auf folgenden Seiten nachlesen.

Fischerei & Fischmarkt in MV


 

Fischereitag 2012

Unterlagen vom Fischereitag 2012 von Kpt Norbert Kahlfuss, Vorsitzender des VdKK




Hier ein interessanter Artikel aus "Fischerei & Fischmarkt in MV"

Ausgabe 5/2012 S. 56

 

 

 

 

 

 


 

Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern 2011

von Kpt. Norbert Kahlfuss Vorsitzender des Landesverband der Kutter- und Küstenfischer Mecklenburg-Vorpommern e.V .

In MV sind

315 Fischereibetriebe im Haupterwerb registriert, davon 4 in der Großen Hochseefischerei.
Zu den 311 Betrieben der Kutter- und Küstenfischerei gehören 600 Fahrzeuge.
Außerdem gibt es noch 140 Nebenerwerbsfischer mit 177 Fahrzeugen

Die regionale Verteilung sieht in etwa wie folgt aus:

Rügen und Hiddensee ca. 100 Betriebe
Usedom/Wolgast ca. 90 Betriebe
Stralsund u. Umgebung ca. 60 Betriebe
Wismar/Rostock ca. 60 Betriebe

Der Großteil der Kutter- und Küstenfischer ist Mitglied einer der 5 Erzeugerorganisationen und des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer MV


 

Die folgende Darstellung gibt einen Überblick zum

"Stand und Entwicklung der Hochseefischerei in Deutschland"

von Herrn Dr.-Ing. Uwe Richter (Geschäftsführer der Doggerbank Seefischerei GmbH und der Mecklenburger Hochseefischerei GmbH Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern).

Der Vortrag von Herrn Dr. Uwe Richter "Stand und Entwicklung der Hochseefischerei in Deutschland" wurde unseriös missbraucht und wird in Übereinstimmung mit dem Verfasser aus der HP genommen.

Günther Kröger


2011

Kapitän Norbert Kahlfuss informiert:

Die EU setzt sich für den Erhalt der handwerklichen Fischerei ein (Ein Trauerspiel in 3 Akten)

1. Akt Visionen

In Brüssel hatte man schon immer ein Herz für die Küstenfischerei.

Ob als kleine, kleinscalige oder handwerkliche Fischerei, stets wurde ihre Tradition betont, ihre Verwurzelung in den Küstenregionen und ihre Unverzichtbarkeit in wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Hinsicht. Und so ist es nur folgerichtig, wenn es im Grünbuch der Kommission aus dem Jahre 2009 heißt:

Zitat:

Deswegen muss die Zukunft der Fischer in der Küstenfischerei, handwerklichen Fischerei oder Sportfischerei unter Berücksichtigung der besonderen Lage von kleinen und mittleren Unternehmen gesichert werden…………. Eine Möglichkeit hierfür wären differenzierte Managementregelungen, d.h. eine Regelung für Industrieflotten, bei denen Kapazitätsanpassungen und wirtschaftliche Effizienz Kernaspekte sind, und eine weitere Regelung für handwerkliche Flotten in Küstengemeinden, bei der soziale Ziele im Mittelpunkt stehen…………………………….. Die Frage öffentlicher Finanzhilfen könnte für beide Segmente unterschiedlich gelöst werden. Von der Industrieflotte würde wirtschaftliche Autonomie erwartetet, während dem handwerklichen Segment mit öffentlichen Finanzhilfen bei der Anpassung an die neuen Gegebenheiten geholfen werden könnte, die sich im Zuge der GFP – Reform ergeben.
Dadurch wird die Rentabilität dieses Sektors gestärkt, so dass er weiterhin ein Teil des Lebens der Küstengemeinden ist.

Soweit das Grünbuch.

2. Akt Hoffnungen

Die Zuteilung der Quoten für das Jahr 2011 löste nicht gerade Jubel in der Fischerei aus. Doch bei der Heringsquote für die westliche Ostsee gab es nach Kürzungen von 39% und 16% in den beiden Vorjahren nochmals eine Kürzung um 30%. Und das ergab Reaktionen von Wut, Unverständnis und zum Teil Resignation. Alle Bemühungen der Fischer, der Länder, des Bundes und der Abgeordneten der Europaparlamente wurden ignoriert. Ausschlaggebend waren allein die Empfehlungen des ICES.

Frau Damanaki vertraut bedingungslos der „Wissenschaft“

(Anmerkung: Wissenschaft heißt jedoch nicht nur Fischereiwissenschaft, sondern auch Ökonomie, Sozialwissenschaft und Ökologie. Das hat sich scheinbar nicht bis Brüssel herumgesprochen)

Im Ergebnis stellen sich 2 Hauptfragen

  • Soll die kleine handwerkliche Fischerei verschwinden oder soll es
  • Übergangslösungen geben, die deren Erhalt bis zu einem Wiederaufbau des Bestandes unterstützen?

Dabei wurde die Tatsache, dass die Fischerei den angeblich desolaten Zustand nicht zu verantworten hat und das dieser desolate Bestand die mit Abstand besten Nachwuchsergebnisse seit vielen Jahren hervorbrachte, außen vorgelassen.
Die Fragen wurden eindeutig beantwortet. Nein, die handwerkliche Fischerei soll nicht platt gemacht werden.

Ja, es soll Übergangslösungen geben.

Frau Damanaki erklärte in einem Brief an Frau Bundesministerin Aigner, dass auf der Grundlage eines entsprechenden Managementplanes Beihilfen oder Ausgleichszahlungen möglich wären.

Und da es keinen EU-Managementplan gibt, würde auch ein lokaler oder regionaler Plan ausreichen.

Damit kam Hoffnung auf.

Die Fischerei MV, die Landesregierung MV und das v.T.I. setzten sich an einen Tisch, erarbeiteten einen Managementplan, stimmten diesen mit den anderen Küstenländern und dem BMELV ab, informierten die deutschen Abgeordneten des Europaparlaments und legten ihn der Kommission in Brüssel vor.

Kernstück des Planes waren freiwillige Stilllegungen von jeweils 3 Tagen pro Woche für einen Zeitraum von 10 Wochen während der Hauptfangzeit, differenziert nach aktiver und passiver Heringsfischerei.

Jeder, der auch nur ein wenig Ahnung hat, weiß, dass das ein Vorschlag der Fischerei war, der sehr, sehr weit ging und mit Sicherheit nicht von jedem Fischer mit Begeisterung aufgenommen wurde.

Jeder kann sich vorstellen, dass es nicht einfach ist, für Dinge, die man nicht zu verantworten hat, Verzichtserklärungen abzugeben.

Als die zuständigen Vertreter der Kommission diesen Managementplan sahen, müssen ihnen wohl die Mitleidstränen in die Augen gestiegen sein, denn sie sagten nein liebe Deutsche, dem können wir nicht zustimmen.

Aber in Wirklichkeit stiegen ihnen keine Tränen ins Auge. Sei wandten ihre bestens bekannte Taktik an und sagten erst nein um dann die Katze aus dem Sack zu lassen.

Wenn ihr eine Ausgleichszahlung haben wollt, dann muss der Plan endgültige Stilllegungen enthalten.

Wahlweise auch endgültige Stilllegungen speziell für die Heringsfischerei. Der Umfang der Stilllegungen muss auf einer wissenschaftlichen Untersuchung basieren.

Eine Rechtsgrundlage für diese Forderung gibt es nicht, aber ohne endgültige Stilllegungen kein Geld.

Ende der Hoffnungen

3. Akt Aussichten

Wir haben es hier mit dem altbekannten Versuch zu tun, Probleme, für die es keine akzeptablen Lösungen gibt, mit Gewalt zu einem Abschluss zu bringen. Die EU-Flotte ist zu groß sagt die Kommission, ohne den Versuch einer Differenzierung.

Also muss sie verkleinert werden. Das kann die Kommission nicht, sie kann es auch nicht an die Mitgliedsstaaten delegieren, also schafft man künstliche Bedingungen, die den Fischer zur Aufgabe zwingen.

Sobald diese Bedingungen einen Punkt erreicht haben, wo die Wirtschaftlichkeit nicht mehr erreicht bzw. erhalten werden kann, muss er ausscheiden.

Ziel erreicht.

Trotzdem sei die Frage gestattet,

  • Wie kommt die Kommission dazu, ohne Rechtsgrundlage Forderungen zu stellen?
  • Wie soll die Fischerei betrieben werden, wenn der Bestand wieder in einer entsprechenden Verfassung ist?
  • Wie sind die derzeitigen Geflogenheiten mit den Thesen des Grünbuches zu vereinbaren?

Nur gut, dass es Verbündete gibt und deshalb auch noch Hoffnung besteht, Durststrecken zu überwinden und Hindernisse zu beseitigen.

Kurzfristig heißt das z.B., dass die Hochseefischerei über Tausch eine gewisse Menge Ostseehering zur Verfügung stellt und das es 50 anstelle 40 Tagen Sozialprämie geben wird.

Darüber hinaus werden wir auch weiter unsere Kräfte auf die Verbesserung der Lage der Fischerei speziell der Küstenfischerei richten und das nicht nur in der Heringsfischerei.

N. Kahlfuss


 

2011

Kapitän Norbert Kahlfuss informiert:

Die EU setzt sich für den Erhalt der handwerklichen Fischerei ein (Ein Trauerspiel in 3 Akten)

1. Akt Visionen

In Brüssel hatte man schon immer ein Herz für die Küstenfischerei.

Ob als kleine, kleinscalige oder handwerkliche Fischerei, stets wurde ihre Tradition betont, ihre Verwurzelung in den Küstenregionen und ihre Unverzichtbarkeit in wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Hinsicht. Und so ist es nur folgerichtig, wenn es im Grünbuch der Kommission aus dem Jahre 2009 heißt:

Zitat:

Deswegen muss die Zukunft der Fischer in der Küstenfischerei, handwerklichen Fischerei oder Sportfischerei unter Berücksichtigung der besonderen Lage von kleinen und mittleren Unternehmen gesichert werden…………. Eine Möglichkeit hierfür wären differenzierte Managementregelungen, d.h. eine Regelung für Industrieflotten, bei denen Kapazitätsanpassungen und wirtschaftliche Effizienz Kernaspekte sind, und eine weitere Regelung für handwerkliche Flotten in Küstengemeinden, bei der soziale Ziele im Mittelpunkt stehen…………………………….. Die Frage öffentlicher Finanzhilfen könnte für beide Segmente unterschiedlich gelöst werden. Von der Industrieflotte würde wirtschaftliche Autonomie erwartetet, während dem handwerklichen Segment mit öffentlichen Finanzhilfen bei der Anpassung an die neuen Gegebenheiten geholfen werden könnte, die sich im Zuge der GFP – Reform ergeben.
Dadurch wird die Rentabilität dieses Sektors gestärkt, so dass er weiterhin ein Teil des Lebens der Küstengemeinden ist.

Soweit das Grünbuch.

2. Akt Hoffnungen

Die Zuteilung der Quoten für das Jahr 2011 löste nicht gerade Jubel in der Fischerei aus. Doch bei der Heringsquote für die westliche Ostsee gab es nach Kürzungen von 39% und 16% in den beiden Vorjahren nochmals eine Kürzung um 30%. Und das ergab Reaktionen von Wut, Unverständnis und zum Teil Resignation. Alle Bemühungen der Fischer, der Länder, des Bundes und der Abgeordneten der Europaparlamente wurden ignoriert. Ausschlaggebend waren allein die Empfehlungen des ICES.

Frau Damanaki vertraut bedingungslos der „Wissenschaft“

(Anmerkung: Wissenschaft heißt jedoch nicht nur Fischereiwissenschaft, sondern auch Ökonomie, Sozialwissenschaft und Ökologie. Das hat sich scheinbar nicht bis Brüssel herumgesprochen)

Im Ergebnis stellen sich 2 Hauptfragen

  • Soll die kleine handwerkliche Fischerei verschwinden oder soll es
  • Übergangslösungen geben, die deren Erhalt bis zu einem Wiederaufbau des Bestandes unterstützen?

Dabei wurde die Tatsache, dass die Fischerei den angeblich desolaten Zustand nicht zu verantworten hat und das dieser desolate Bestand die mit Abstand besten Nachwuchsergebnisse seit vielen Jahren hervorbrachte, außen vorgelassen.
Die Fragen wurden eindeutig beantwortet. Nein, die handwerkliche Fischerei soll nicht platt gemacht werden.

Ja, es soll Übergangslösungen geben.

Frau Damanaki erklärte in einem Brief an Frau Bundesministerin Aigner, dass auf der Grundlage eines entsprechenden Managementplanes Beihilfen oder Ausgleichszahlungen möglich wären.

Und da es keinen EU-Managementplan gibt, würde auch ein lokaler oder regionaler Plan ausreichen.

Damit kam Hoffnung auf.

Die Fischerei MV, die Landesregierung MV und das v.T.I. setzten sich an einen Tisch, erarbeiteten einen Managementplan, stimmten diesen mit den anderen Küstenländern und dem BMELV ab, informierten die deutschen Abgeordneten des Europaparlaments und legten ihn der Kommission in Brüssel vor.

Kernstück des Planes waren freiwillige Stilllegungen von jeweils 3 Tagen pro Woche für einen Zeitraum von 10 Wochen während der Hauptfangzeit, differenziert nach aktiver und passiver Heringsfischerei.

Jeder, der auch nur ein wenig Ahnung hat, weiß, dass das ein Vorschlag der Fischerei war, der sehr, sehr weit ging und mit Sicherheit nicht von jedem Fischer mit Begeisterung aufgenommen wurde.

Jeder kann sich vorstellen, dass es nicht einfach ist, für Dinge, die man nicht zu verantworten hat, Verzichtserklärungen abzugeben.

Als die zuständigen Vertreter der Kommission diesen Managementplan sahen, müssen ihnen wohl die Mitleidstränen in die Augen gestiegen sein, denn sie sagten nein liebe Deutsche, dem können wir nicht zustimmen.

Aber in Wirklichkeit stiegen ihnen keine Tränen ins Auge. Sei wandten ihre bestens bekannte Taktik an und sagten erst nein um dann die Katze aus dem Sack zu lassen.

Wenn ihr eine Ausgleichszahlung haben wollt, dann muss der Plan endgültige Stilllegungen enthalten.

Wahlweise auch endgültige Stilllegungen speziell für die Heringsfischerei. Der Umfang der Stilllegungen muss auf einer wissenschaftlichen Untersuchung basieren.

Eine Rechtsgrundlage für diese Forderung gibt es nicht, aber ohne endgültige Stilllegungen kein Geld.

Ende der Hoffnungen

3. Akt Aussichten

Wir haben es hier mit dem altbekannten Versuch zu tun, Probleme, für die es keine akzeptablen Lösungen gibt, mit Gewalt zu einem Abschluss zu bringen. Die EU-Flotte ist zu groß sagt die Kommission, ohne den Versuch einer Differenzierung.

Also muss sie verkleinert werden. Das kann die Kommission nicht, sie kann es auch nicht an die Mitgliedsstaaten delegieren, also schafft man künstliche Bedingungen, die den Fischer zur Aufgabe zwingen.

Sobald diese Bedingungen einen Punkt erreicht haben, wo die Wirtschaftlichkeit nicht mehr erreicht bzw. erhalten werden kann, muss er ausscheiden.

Ziel erreicht.

Trotzdem sei die Frage gestattet,

  • Wie kommt die Kommission dazu, ohne Rechtsgrundlage Forderungen zu stellen?
  • Wie soll die Fischerei betrieben werden, wenn der Bestand wieder in einer entsprechenden Verfassung ist?
  • Wie sind die derzeitigen Geflogenheiten mit den Thesen des Grünbuches zu vereinbaren?

Nur gut, dass es Verbündete gibt und deshalb auch noch Hoffnung besteht, Durststrecken zu überwinden und Hindernisse zu beseitigen.

Kurzfristig heißt das z.B., dass die Hochseefischerei über Tausch eine gewisse Menge Ostseehering zur Verfügung stellt und das es 50 anstelle 40 Tagen Sozialprämie geben wird.

Darüber hinaus werden wir auch weiter unsere Kräfte auf die Verbesserung der Lage der Fischerei speziell der Küstenfischerei richten und das nicht nur in der Heringsfischerei.

N. Kahlfuss


 

Rückblick

Deutscher Fischereitag 2010 aus Sicht der Kutter- und Küstenfischer

Norbert Kahifuss - Vorsitzender des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer MV e. V.

Deutsche Fischereitage werden in der Regel mit Spannung erwartet, da hier Antworten auf viele aktuelle Fragen gegeben werden, die Fischer ihre Probleme den Verantwortlichen aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft vortragen können und Diskussionen oft zu gewünschten Ergebnissen führen, weil man gemeinsam Standpunkte findet.
Fragen und Probleme gab es genügend. Nur, die Antworten waren im Vorfeld bereits weitestgehend bekannt und zwar nicht immer im Sinne der Fischerei.
Wir freuten uns zu hören, dass Deutschland für das Festhalten am Prinzip der relativen Stabilität eintritt und dass es auch keine Handelbaren Quoten geben soll. Auch die kleine handwerkliche Küstenfischerei soll geschützt werden. Das klingt gut.
Aber gleichzeitig wird eine Vidioüberwachung befürwortet, wird die Absenkung der Heringsquote im Jahr 2011 als notwendig erachtet, wird die Mehrfachkontrolle der Fahrzeuge akzeptiert, gibt es immer noch die Verknüpfung von Quoten und Aufwandsystem, soll es keine Neubauförderung und keine Flexibilität bei Extremsituationen geben und es bewegt sich wenig, wenn es um die Einschränkung der Fischerei in NATURA-2000- und andere geschützten Gebieten geht.

Im Einzelnen heißt das zum Beispiel:

  • keine akzeptable Beifangregelung für kleine Fahrzeuge während des Dorschfangverbotes
  • keine Verschiebung oder Aufhebung der Dorschfangzeit bei extrem harten Wintern
  • elektronische Meldungen nicht alle zwei Stunden senden, sondern stündlich
  • Quoten auf wissenschaftlicher Basis: Das wäre durchaus im Sinne der Fischerei, aber beim Ostseehering(W) gibt es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Ursachen der Nachwuchsproblematik. Trotzdem wird jährlich gekürzt - im Jahr 2011 wahrscheinlich um ca.28-30 %.
  • Steigende Kosten für Überwachung, Ausrüstung und Kontrolle bei sinkenden Quoten geben soll. Wie soll das funktionieren?
  • Steigende Dorschquoten in der Ostsee bei gleichzeitiger Kürzung der Seetage
  • weniger Kw -Tage beim Einsatz größerer Maschen in der Nordsee.

Die Liste der Ungereimtheiten ließe sich fortsetzen, sollte hier aber ausreichen, um die Fischereipolitik der EU zu illustrieren.
Wie gesagt, die deutsche Fischereipolitik hat durchaus positive Aspekte, aber in vielen Belangen, insbesondere auch bei aktuellen Problemen haben wir den Eindruck, dass mehr Aktivitäten von Nutzen wären.
So wurden auch Fördermittel für die Anschaffung der elektronischen Überwachungsgeräte erwartet, wie sie der ehemalige Kommissar Borg zugesichert hatte. Leider Fehlanzeige - denn aus Brüssel war zu hören - wir haben uns geirrt, es gibt doch nichts. Das war's dann.
Oder Neubauförderung. Berlin sieht keine Chance, weil das Ziel der EU, die Flotte (welche?) zu verkleinern, nicht erreicht wurde.
Warum werden nicht die Mitgliedstaaten, deren Flotten gemessen an den Quoten viel zu groß sind, gezielt zur Verantwortung gezogen?

Wie gesagt, viele bekannte Fragen und Probleme, wenig neue und positive Antworten. Ich persönlich schätze die Situation als äußerst kritisch ein und sehe nur einen langen dunklen Tunnel ohne Lichtschimmer. In dieser Ansicht wurde ich, und nicht nur ich, am 15. September in Brüssel bestärkt. Dort ging es um die zukünftige gemeinsame Fischereipolitik der EU. Eingeladen hatten die norddeutschen Küstenländer. Es sprachen die Landwirtschaftsministerinnen Dr. Juliane Rumpf (Schleswig-Holstein), Astrid Grotelüschen (Niedersachsen) und Staatssekretär Dr. Karl Otto Kreer (MV). Sie unterstützten die Fischer und ihre Forderungen.
Den Standpunkt des BMELV legte Dr. German Jeub dar. Seine Ausführungen unterschieden sich kaum von denen, die er auf der Versammlung des VDKK in München machte.
Der Höhepunkt war dann der Auftritt von Franz Lamplmair und von Dr. Jan Hennig Lindemann, beide in der GD MARE in verantwortlicher Position. Mit schwer nachzuvollziehenden Argumenten warben sie um Zustimmung zur Europäischen Fischereipolitik, wobei bürokratische Auswüchse, vermeidbare Kosten und kontraproduktive Vorschriften vehement verteidigt wurden.
Hierzu nur zwei Beispiele:

  • Die Fischer tragen freiwillig die Kosten für eine MSC-Zertifizierung, warum nicht auch die Kosten für die Umsetzung der Kontroliverordnung?
  • die Fischereipolitik muss grüner werden.

Das Echo aus der Zuhörerschaft war - sagen wir mal - unfreundlich. Trotzdem: Resignation bringt uns nicht weiter. Wir bauen weiter auf die Unterstützung, vor allem der Länder und auch der Parlamente. Danken darf ich an dieser Stelle Werner Kuhn, Europaabgeordneter der CDU aus MV, der sich nicht nur in München und Brüssel für die Belange der Fischerei einsetzte und auch seinen Kollegen aus dem EP, dem Bundestag und dem Landtag. Die Fischerei wird bereits Ende September in Berlin zwei Termine wahrnehmen, um ihre Interessen aktiv zu vertreten.

Mit Genehmigung von Kpt.Norbert Kahlfuss

Fischerei £ Fischmarkt in MV o 5/2010 19
Fischerei £ Fischmärkt in MV o 5/2010 18

 


 

Fischereiüberblick in der Europäischen Union
Quelle: Europäische Union 2010

Hier können Sie den Bericht herunterladen


 

Neues Unheil für die Fischerei


Die Freie Presse berichtete am 14. Juli 2011, dass die EU-Kommission den Fischfang radikal einschränen will. Es wird jedoch darauf verwiesen, dass das Vorhaben auf Grund des Widerstandes der Mitgliedsstaaten scheitern kann.

Die Kommission in Brüssel will das Problem der Überfischung der Fischbestände innerhalb von vier Jahren stoppen,so die Meinung der Fischereikommissarin Maria Damanaki. Sie sagt: „Wir müssen handeln, um alle Fischbestände wieder in einen gesunden Zustand zu versetzen.“ Dies ist aber den Umweltschützern und den Grünen noch überhaupt nicht ausreichend und wird als viel zu lasch angesehen. Sie kritisierten die Pläne im Europaparlament.


Wir erinnern uns, die Ausbeutung der Fischbestände steht seit Jahren im Mittelpunkt der europäischen Politik. In meiner HP habe ich den Kampf der Fischer um gerechte und wissenschaftlich aufbereitete Fangquoten dargestellt. Nun meint Brüssel, dass inzwischen drei Viertel der Bestände überfischt sind. Dabei im Atlantik 63 Prozent, im Mittelmeer sogar 82 Prozent. Sie sind der Meinung, die Fangflotten fangen mehr Fisch als nachwachsen kann. Dadurch wird neben der Umwelt auch die Wirtschaft bedroht. Die EU-Kommissarin erklärte: „Die Fangerträge gehen zurück, und der Fangsektor sieht einer ungewissen Zukunft entgegen“.


Die Pläne der Kommissarin sehen so aus, dass bis 2015 die Befischung auf ein Niveau gebracht wird, welches das Üerleben der Bestände nachhaltig sichert. Dafür sollen die Fangquoten langfristiger, auf der Grundlage verfügbarer wissenschaftlicher Empfehlungen festgelegt werden. Sie bemängelte, dass es Empfehlungen derzeit bereits gibt, doch letzendlich die Quoten jedes Jahr durch die EU-Regierungen entschieden wurden. Häufig gingen diese über die Empfehlungen der Wissenschaftler hinaus.
Die Kommissarin will nun auch, dass der Beifang nicht ins Meer zurück geworfen wird, sondern auf die Quote angerechnet wird. Damit will sie die Fischer zu gezielten Fangmethoden zwingen.


Ein weiteres Ziel der Fischereikommissarin ist der Handel mit Fangquoten. Mit diesem Instrument können Fischer ihre nicht abfischbaren Mengen verkaufen. Sie hat bestimmt vergessen, dass die Fischer über diese schon längst nicht mehr verfügen. Sie denkt aber, dass mögliche Folgen darin bestehen, dass diese Scheinmengen bei großen Unternehmen landen. Fischereiboote unter 12 Meter sind von diesem Handel ausgeschlossen.


Auch wir als Verbraucher sollen hier mitwirken. Es sollen Informationen über Herstellungsmethoden, Fanggebiete und über die Frische der Fische auf den Produkten verzeichnet werden. Daraus sollen wir die Qualität des Produktes und die Nachhaltigkeit des Fanges beurteilen und entscheiden,was gekauft werden könnte.


Alle Vrschläge der Fischereikommissarin gehen nun an die EU-Staaten und an das EU-Parlament. Und es gibt noch eine Forderung, diesmal von einem Biologen , Rainer Froese vom Leibnitz-Institut für Meereswissenschaften in Kiel. Er möchtet, dass nicht der Landwirtschaftsminister, sondern die Umweltminister über Fangquoten entscheiden. Sicherlich könnte dann umgehend die Fischerei eingestellt werden.


Notwendig wäre, wenn auch die Fischer diese Vorschläge erhalten würden und nicht über ihren Kopf hinweg entschieden wird. Ohne Einbeziehung der Fischindustrie und der Fischer geht gar nichts.


 

Streit um den Walfang USA-Island


Wie aus Helsinki verlautet, überdenken die USA Sanktionen gegenüber Island. Dies wurde aus Regierungskreisen aus Washington bekannt. Die Regierung der USA stützen sich dabei auf ein Gesetz, demzufolge der US-Präsident gegen ausländische Staaten vorgehen kann, die gegen internationale Tierschutzgesetze verstoßen.


Island hat seine Aktivitäten in der Jagd auf die gefährdeten Finwale erhöht und auch wieder Walfleisch auf dem internationalen Markt angeboten. Wir erinnern uns alle, dass der kommerzielle Walfang seit 1986 verboten ist. Doch über die wissenschaftlicher Forschung nutzen die Länder Island, Japan und Norwegen bestehende Ausnahmegenehmigungen.


 

Artikel aus Fischerblatt 4/2011 Mit Genehmigung des Autoren Norbert Kahlfuss



Artikel zur Heringssaison 2012 von Uwe Richter Mit Genehmigung des Autoren Dr.-Ing.Uwe Richter



Artikel zur Heringssaison 2011 von Uwe Richter Mit Genehmigung des Autoren Dr.-Ing.Uwe Richter


 

Fischerei in der Ost- und Nordsee in Bedrängnis.
Kapitän Norbert Kahlfuss - Präsident des Landesfischereiverbandes MV bringt es auf den Punkt.

Nachlesen und weitere Infos.

Fischereimanagement in geschützten Meeres-flächen der deutschen AWZ von Nordsee und Ostsee nach Natura-2000

Norbert Kahifuss —
Präsident des Landes-fischereiverbandes MV

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das von Thünen-Institut (vTl) haben im Auftrag des Bundes­ministeriums für Er-nährung, Landwirtschaft und Ver­braucherschutz (BMELV) und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktor-sicherheit (BMU) Vorschläge für das Fischereimanagement in Natura-2000-Gebieten in der deutschen AWZ der Nord- und Ostsee erarbeitet. Das Papier umfasst ca. 300 Seiten.

Dazu fand am 13. Juli im BMU in Bonn eine Ver­bandsanhörung statt.

Zuvor hatten die Verbände Gelegenheit, Stellung­nahmen einzureichen. Die Unterlagen des BfN und des vTl lagen erst wenige Tage vor der Anhörung vor, die Stellungnahmen bekamen wir erst vor Ort zu Gesicht. Und wie schon so oft waren die Fischer und ihre Interessenvertretungen nicht in die Erarbeitung der Managementmaßnahmen einbezogen.
So kann es kaum verwundern, dass für alle Gebie­te ein im Prinzip ganzjähriges Einsatzverbot für Stellnetze und „grund-berührende mobile Geräte“ (sprich Schleppnetze) gefordert wird.
Der Grund: Schleppnetze zerstören den Meeres­boden oder schädigen ihn dauerhaft. Damit sind Riffe und Sandbänke in Gefahr. Stellnetze führen zu mas­senhaftem Sterben von See-vögeln und sind die Gefahr Nr.1 für Schweinswale.
Zwar ist die Datenlage äußerst unzureichend bzw. wider-sprüchlich, aber, und auch das ist nicht neu:

Im Zweifelsfall muss erst mal die Fischerei dran glauben. Von Bestandsschutz für bisherige Nutzungen ist keine Rede mehr.
Es fragt sich auch keiner der Befürworter dieser existenz-bedrohenden Pläne, wie es denn sein kann, dass trotz vieler Jahrzehnte langer Fischerei Riffe oder Sandbänke überhaupt noch da sind, und warum nach 20 Jahren schrumpfender Fischereiaktivitäten und stän­diger Verbesserung der Fanggeräte nun unbedingt der Fischer von der Ost- und Nordsee ver-schwinden muss.
Hat einer dieser so genannten Aktivisten daran gedacht, dass an die 100.000 Meeresvögel in den skandinavischen Ländern ganz legal gejagt, d. h. ab­geschossen werden, dass trotz des ach so hohen fi­schereilichen Drucks die Finte, die als ausgestorben galt, plötzlich wieder da ist?
Wohl nicht, sonst kämen die Forderungen bis hin zur Null — Nutzung nicht auf den Tisch.
Und da fragte in Bonn ein hochrangiger Vertreter eines Natur-schutzverbandes allen Ernstes, ob sich je­mand vorstellen könne, dass an Land ein Schutzgebiet intensiv bewirtschaftet werden dürfte. Er gab selbst die Antwort mit NEIN.
Ich nenne das Demagogie, denn hat man in Land­Natura-2000-Gebieten die Nutzer vorher enteignet? Doch wohl kaum.
Sie wurden auch nicht aus dem Gebiet ver­trieben. Aber genau das passiert nach dem Willen der Schützer auf See. Traditionelle Fangplätze sollen ge-schlossen werden. Diesen Leuten scheint auch nicht bekannt zu sein, dass Fische u. a. Meeresbewoh­ner sich nicht gleichmäßig im Meer verteilen, sie halten sich dort auf, wo sie günstigere Bedingungen für ihre Entwicklung vorfinden, sei es zur Nahrungs-aufnahme, zum Laichen oder zum Aufwuchs. Nur dort können sie befischt werden (oder auch beobachtet, gezählt usw.).
Keiner käme auf die Idee auf dem Alex in Berlin Hirsche zu jagen, oder Dorsche im Dorfteich zu an­geln. Aber dem Fischer will man bis zu 50% seiner Fangplätze entziehen unter dem Motto: das Meer ist ja groß genug.
Nur - so geht das nicht und deshalb können wir auch nicht nachvollziehen wie man unter diesen Um­ständen die traditionelle Küstenfischerei erhalten und stabilisieren will.
In Bonn wurde zumindest seitens BfN, vTl und de­ren Auftraggebern immer wieder betont, dass kein Interesse besteht, die Fischerei in den Natura-2000-Gebieten zu verbieten.
Lediglich die Fangmethoden und -geräte wären zu verändern. Als Allheilmittel wurden Fischfallen an­gepriesen und auch auf Langleinen und semi-passive Methoden verwiesen. Dazu ist aus heutiger Sicht zu sagen: Fischfatlen wurden mehrfach erprobt und auf Grund der durchweg negativen Ergebnisse wieder verworfen. Langleinen sind nicht für jede Fischart ge­eignet und semi-passive Geräte werden auch über den Meeresboden geschleppt.
Also keine echte Alternative vorhanden.
Die Veranstaltung dauerte 5 Stunden. Sie war ge­prägt von Statement der Verbände - auf der einen Seite die Natur-schutzverbände, auf der anderen der Deutsche Fischereiverband. Die unterschiedlichen Auf­fassungen konnten kaum angenähert werden. Unterstri­chen wurde das auch durch eine teilweise emotionale Diskussion.
Unser Eindruck war, dass Vermutungen und irra­tionale Hochrechnungen als Basis für überzogene Schutzforderungen dienten, dass die Beibehaltung bisheriger Nutzungen ohne solide Begründung abge­lehnt werden soll und dass die Fischerei wieder mal als einzige Nutzerin für alle negativen Einflüsse auf Natur und Umwelt herhalten sollte.
Zwar appellierte Herr von Nordheim (BfN) an weitere Zusam-menarbeit selbst in kleinen Schritten, um ein Ringen nach Ver-trauensbildung und gemeinsa­me Suche nach Lösungswegen. Leider hatten wir den Eindruck, dass die anwesenden Umweltverbände das nicht ganz so sahen.
Offen bleiben musste die Haltung anderer Mitgliedstaaten, die ebenfalls Fischereirechte in der deutschen AWZ haben. Bleibt zu hoffen, das die Vorreiterrolle Deutschlands im Verlauf der EU-weiten  Diskussion auf ein vernünftiges Maß reduziert wird und die Fischerei eine Chance zur Erhaltung ihrer erhält.
Der nächste Schritt soll am 13. Oktober mit der Anhörung der entsprechenden EU-Mitglieds­staaten und der RACs erfolgen. Danach gehen die Ergebnisse an die Politik und zum Schluss wied der fertige Vorschlag an die EU eingereicht.

Abschließend noch einige Auszüge aus der
Stellungnahme des Verbandes der Deutschen
Kutter und Küstenfischer:

Aufgrund der Kürze der Zeit wird um eine ausreichende Fristsetzung für eine abschließende Stellungnahme gebeten

wir stellen fest, dass die im Vorfeld abgegebenen Stellungnahmen zu Gebietsausweisungen, ICES-Advice bzw. EMPAS-Projekt mit ihren umfangreichen fachlichen An-merkungen ohne Angabe von Gründen nicht berücksichtigt wurden

in der von der Arbeitsgruppe erarbeiteten Unterlagen fehlen wesentliche, von der GD-Mare geforderten Punkte

  • der Bestandsschutz für bestehende Nutzungen wurde nicht ein-gehalten

es bestehen erhebliche Datenlücken
der VDKK fordert ein „freezing“ der bestehenden Nutzungen auf dem gegenwärtigen Niveau. Dazu gibt es gute Erfahrungen der Küstenländer.

  • die Umsetzung der Natura-2000 Richtlinien darf nur 1:1 er-folgen, ohne zusätzliche verschärfenden  Vorschläge

im Bericht gibt es sachliche Mängel, die von Unverständnis der Berichterstatter zeugen.

  • die Literaturauswahl ist einseitig.


Das weckt Zweifel an der Qualität:
Die pauschale Zusammenfassung aller den berührenden Fanggeräte ist unzulässig.

  • für die Ostsee wurde festgestellt, dass es im Gesamtgebiet keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung benthischer Ökosysteme gibt.

Aus Fischerei& Fischmarkt in Mecklenburg-Vorpommern 4/2011

 

 


 

Informationen zu Fangquoten 2011

vom Vorsitzenden
des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer MV e.V.
Kapitän Norbert Kahlfuss

Kapitän Norbert Kahlfuss,
war seit 1954 im Fischkombinat Sassnitz tätig. In den Jahren bis 1978 fuhr er als nautischer Offizier und Kapitän auf Frosttrawlern und war weltweit im Einsatz.
Von 1978 bis 1989 war er als Fang- und Einsatzleiter in der Sassnitzer Flotte tätig.
1990 nahm Kollege Norbert Kahlfuss eine Tätigkeit im Landesverband der Kutter- und Küstenfischer Mecklenburg-Vorpommern auf, dessen Geschäftsführer er seit 1991 ist. Im Jahr 1998 wurde er zum Vorsitzenden des Verbandes gewählt.
Ab 2005 übernahm er die Präsidentschaft im Landesfischereiverband MV und wurde auch zum Vorsitzenden des Deutschen Kutter- und Küstenfischereiverbandes gewählt. Im selben Jahr übernahm er auch die Funktion des Vizepräsidenden des Deutschen Fischereiverbandes.

siehe dazu auch die Beiträge unter Fangquote 2011 und eine Kurzmeldung zur Fischerei.
Deutscher Fischereitag 2010 aus Sicht der Kutter- und Küstenfischer




 


Ostseequoten 2011

Norber Kahlfuss-- Vorsitzender des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer MV e. V.


Am 26. Oktober beschloss der EU-Fischereirat die TAC und Quoten für die Ostsee. Außer bei
Dorsch wurde kräftig abgesenkt (Scholle ±0).
Und weil man gerade beim Reduzieren war, wurden auch gleich die Seetage für den Dorschfang mit reduziert, obwohl die Quote leicht ansteigt (westliche Ostsee).
Hier hat sich wieder mal die Arroganz der EU gegenüber der Fischerei durchgesetzt. Nur Brüssel weiß, was gut und richtig ist, denn man kann sich ja auf Aussagen des ICES stützen. Brüssel heißt in diesem EU-Ministerrat.
Zwar gab es zum Teil heftige Debatten, aber am Ende siegten "die Guten", die mit untauglichen Mitteln die Fische retten wollen. Da wird immer noch das Märchen von der Überfischung erzählt und von der viel zu großen EU-Flotte. Differenzierungen sind Fehlanzeige.
So wird auch nie erwähnt, dass lt. STECF (wissenschaftlich, technisch, ökonomischer Beirat für Fischerei der EU) 76 % der befischten Bestände nicht überfischt und ca. 45 % nachhaltig bewirtschaftet werden.
Das ist zwar kein Idealzustand, rechtfertigt aber andererseits auf keinen Fall die drastischen Kürzungen wie z.B. beim westlichen Hering.
Hier kommt noch dazu, dass ausdrücklich betont wird, dass die Quotenkürzungen nicht auf Grund einer Überfischung vorgenommen wurden. Die Ursachen des errechneten Rückgangs des Nachwuchses sind völlig unklar.
Der Fischer ist wieder einmal der Prügelknabe.
Die äußerst ergiebige Heringsfischerei und die massenhafte Beobachtung von Nachwuchskonzentrationen finden keinen Eingang in die Festlegung von TAC und Quoten.
Da wird wohl die Frage erlaubt sein, wozu es einen Ostsee-RAC gibt, der zu ganz anderen Ergebnissen als die Kommission kommt (übrigens sogar auf Basis der ICES-Empfehlungen) oder den Fischereirat oder die Erfahrungen der Fischer. Da könnte es doch gleich der ICES sein, der die TAC festlegt, oder etwa doch nicht?
Antwort: zum Glück ist es nicht so, man denke nur an das Dorschwunder in der östlichen Ostsee.
Übrigens, es wird immer von wissenschaftlichen Grundlagen gesprochen. Gemeint ist meist nur die Fischereibiologie.
Zur Entscheidungsfindung gehören jedoch auch die ökonomischen und die soziökologischen Aspekte. Das sollten sich die Entscheidungsträger immer vor Augen halten, bevor sie einseitige Festlegungen treffen.
Zum Abschluss noch ein kleiner Lichtblick: Frau Damanaki, ihres Zeichens "Fischereikommissarin" teilte Frau Ministerin Aigner (BMELV) mit, dass zur Ausgleichszahlung aus dem EFF nicht zwingend ein EU-Managementplan vorliegen muss. Es genügt auch ein nationaler bzw. ein regionaler Plan (bei uns ein Plan auf Landesebene).
Daran wird bereits in Schwerin gearbeitet (hoffentlich auch in Berlin und den anderen betroffenen Bundesländern).
Bleibt zu hoffen, dass das Ergebnis dazu beiträgt, die Durststrecke zu überbrücken und den Niedergang der Deutschen Kutter- und Küstenfischerei wirkungsvoll abzubremsen.
Schließlich lautet das Ziel aller Politik, die Bestände wieder aufzubauen, sie künftig auf einem höheren Niveau nachhaltig zu befischen und so der Fischerei eine Zukunft zu sichern.

 

Tab. 1: Deutsche Ostseequoten und Seetage 2010/2011

Fischart  
2010
  Vorschlag   2011 zu
   
2011
 
2OlOin%
Hering West,  
12.519
 
8.763
-30
Hering Ost, 1  
737
 
627
 
-15
Dorsch West,  
3.777
 
4.012
 
+ 6
Dorsch Ost, 1  
4.68
 
5.388
 
+15
Scholle, 1  
242
 
242
 
+/-0
Lochs, St�ck  
6.784
 
5.767
 
-15
Sprotte, t  
23.745
 
16.621
 
-30
Seetage West  
181
 
163
 
-10
Seetoge Ost  
160
 
160
 
+/-0
Meckfenburg-Vorpommern (f�r die Erzeugerorganisationen)
Hering West,  
5.671,9
 
3.970,3
 
-30
Dorsch West,  
719,8
 
763,0
 
+ 6
Dorsch Ost, 1  
728,7
 
838,0
 
+15

Hinweis: Geringfügige Änderungen sind noch möglich.

Mit Genehmigung von Kapitän Norbert Kahlfuss
Fischerei & Fischmarkt in MV 5/2010



 

Kurzmeldungen aus dem LVKK

Norbert Kahifuss - Vorsitzender des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer MV e. V.

Am 29. September fand in Berlin ein Gespräch des DFV (VDKK und Verband der Hochsee) mit Vertretern der Bundesregierung zur künftigen EU-Fischereipolitik statt. Staatssekretär Dr. Robert Kloos, Dr. German Jeub und andere Vertreter des BMELV standen Holger Ortel (Präsident des DFV) und weiteren Fischereivertretern Rede und Antwort.
All zu viel Neues ist naturgemäß in der Kürze der Zeit nach dem Deutschen Fischereitag nicht zu vermelden. Zu unterstreichen ist ledoch:

  • Beibehaltung der relativen Stabilität
  • keine handelbaren Quoten
  • Abschaffung der Aufwandsregelungen (KW-Tage u. ä.)
  • MehrjahrespIäne für alle quotierten Arten.

Darüber herrscht Einigkeit.
Offen bleibt, ob Deutschland sich für die Förderung von Neubauten einsetzen wird. Offen bleibt auch die Frage einer Regionalisierung der Fischereipolitik.
Schweden wollte z. B. in der Ostsee ausschließlich eine regionale Regelung. Das hört sich gut an, birgt aber eine Menge Gefahren. Dieser Vorschlag soll vom Tisch sein.
In der Diskussion gab es weitestgehende Übereinstimmung zwischen Ministerium und Verband, dass Regionalität auf der Basis zentraler Vorgaben gestärkt werden könnte. Die Diskussion wird weitergehen.

Zum Thema Heringsquote in der Ostsee

Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Empfehlungen des ICES nicht alleinige Basis für die Festlegungen von Quoten sein können, denn dann brauchte man letztlich weder einen RAC, noch eine Kommission oder andere Entscheidungsträger und hätte eine "Diktatur der Wissenschaft", genauer, der Meeresbiologen.
Und wer will das wirklich?
Interessant zu hören war, dass die Kommissarin Damanakis Möglichkeiten der Ausgleichszahlungen nicht nur auf der Grundlage eines EU-Mehrjahresplanes sieht, sondern auch auf der Basis nationaler, regionaler oder sogar lokaler Pläne.
Diese Meldung war hier für alle Beteiligten überraschend.

BALTIC SEA 2020

Unter diesem Titel gab es am 30. September in eine weitere Veranstaltung.
Träger dieses Vorhabens ist eine schwedische private Stiftung, die für nachhaltige Fischerei Abschaffung von Fischerei-Subventionen, Einführung von ITQ u andere Regelungen eintritt.
Abgesehen von einigen von der Fischerei nicht mitzutragenden Zielen (z.B. ITQ) sahen es die anwesenden Vertreter der Fischerei, der Länder, des Bundestages und des BMELV auch skeptisch, außer im BALTIC-RAC in einer weiteren Organisation mitzuarbeiten.
Viel wichtiger wäre die Stärkung des RAC in Bezug auf seine Einflussnahme auf Entscheidungen der Kommission und des Rates.
In diesem Sinne wäre eine Mitarbeit von BALTIC SEA 2020 wünschenswert.
In der Diskussion wurde erkennbar, dass eine neue EU-Fischereipolitik nur dann ihr Ziel erreichen wird, wenn eine Reihe offener Probleme wirksam gelöst werden.
Dazu gehören:

  • die Stellung der sog. kleinen handwerklichen Fischerei
  • Abbau von Überkapazitäten dort, wo sie vorhanden sind
  • Stärkung der regionalen Beiräte (RAC)
  • wirksame Kontrollmechanismen
  • echter Bürokratieabbau
  • Discardproblem.

Betont wurde auch die Notwendigkeit der Verbesserung der Zusammenarbeit aller Beteiligten, soll heißen von Fischerei, Verwaltung, Wissenschaft, Natur- und Umweltschutz.
Beschlüsse und Festlegungen gab es nicht. .

Mit Genehmigung von Kapitän Norbert Kahlfuss
Fischerei £ Fischmarkt in MV o 5/2010


Fangquoten 2011

Statt Fangsteigerungen werden wohl in der Nordsee, im Nordatlantik und der Ostsee die Fangquoten erneut reduziert. Die Fischer müssen in ihrem Überlebenskampf neue Ideen entwickeln.

Die EU-Minister und die Wissenschaftler werden sich mit den Tatsachen heftig auseinandersetzen müssen. 90% der Bestände in Europäischen Gewässern sollen drastisch überfischt sein. Eine nachhaltige Fischerei ist geboten, wenn der Fisch als auch die Fischer überleben wollen. Für 90 Bestände wurden durch die EU die Quote zurückgeschraubt.

Für die deutschen Hochseefischer bleiben noch 2900 t Kabeljau und

10.000 t Seelachs.

In der Ostsee wird bei Hering um 30%, bei Sprott um 24% und Lachs um 15% reduziert. Das sind drastische Einschnitte, die weiter die Existenz der Fischer bedrohen. In der EU meint man jedoch sie tragen zum Überleben der Fischarten und der Fischer bei.

Für die deutschen Fischer soll die Einbusse 4 Millionen betragen, insgesamt sollen es 28 Millionen sein. Da, werden wieder einige Fischer aufgeben müssen.

Die Preise für Fisch sollen dadurch aber nicht wesentlich beeinflusst werden. Die fehlenden Fischmengen in der deutschen Fischerei, werden durch Zukauf außerhalb der EU aufgefüllt.


Fangquoten in der Ostsee 2011

Die EU-Minister haben sich über die Fangquoten 2011 für die Ostsee festgelegt:

Hering: Gesamt 15.884 t, davon Deutschland 8.763 t

Dies bedeutet eine Reduzierung um 30%

Sprott: Absenkung um 24%

Lachs: Absenkung um 15%

Die Ergebnisse wurden nach langen Verhandlungen und heftigen Diskussionen erreicht. In den Europäischen Gewässern sollen die Bestände zu 90% überfischt sein. In der westl. Ostsee soll so gut wie gar kein Hering mehr sein. Zurück zuführen ist die Bestandsreduzierung auf die intensive Fischerei. Seit den letzten 5 Jahren sollen die erlaubten Fangmengen kontinuierlich zurück gehen.

In Zukunft will man den wissenschaftlichen Untersuchungen mehr Gewicht verleihen. Bezüglich der Sprottenquote wurde eigentlich eine Reduzierung um 30% gefordet.

Vor allem die baltischen Staaten haben sich gegen diese Quotenfestlegung ausgesprochen.

Dorsch: 2011 kann mehr Dorsch in der Ostsee gefangen werden.

In der östl. Ostsee wurde die Quote um 15% und in der

Westlichen Ostsee um 6% gegenüber dem Vorjahr erhöht.

Nordsee Fangquoten liegen noch nicht fest


Dorschbestand in der Ostsee 2010/Juni

Vorige Woche ging bei mir die Informatons ein, dass es neue Erkenntnisse über den Dorschbestand in der ostsee gibt. Der Dorschbestand soll sich gut erholt haben, wie lange nicht zuvor. Es ist deshalb ganz naturlich, dass die Kutter- und Küstenfischer sich dafür einsetzen und fordern, dass man die vergebenen Quoten noch einmal überdenkt. Damdurch wäre es möglich die Wirtschaftlichkeit der kleinen Unternehmen, nach der verkürzen Heringssaison zu erhöhen. Hoffen wir dass sich die Verantwortlichen in der EU schnell entscheiden und den Fischern die Möglichkeit für einen erweiterten Dorschfang nicht verwehren.


Heringssaison 2010

Lt.ddp wurde die Heringssaison in der Ostsee in diesem Jahr mit einem Fang von rund 10.000 t Hering beendet. Es soll die kürzeste Saison aller Zeiten gewesen sein. Schuld daran war der lange Eiswinter und dadurch der verspätete Start der Stellnetzfischerei. Trotzdem gingen den Fischern von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gute Fänge ins Netz. Sie sind zufrieden mit der Saison. Der Hering war gut und hatte eine ausgezeichnete Qualität. Es wurden gegenüber dem Vorjahr bessere Preise erzielt. Der Vorsitzende des Verbandes der deutschen Kutter- und Küstenfischerei Norbert Kahlfuss machte darauf aufmerksam, dass die Erlöse insgesamt rückläufig seien, weil die zulässige Fangquote einen historisch niedrigen Stand hat.


Neuestes aus der Wissenschaft:

Fische werden kleiner!

In der Bildzeitung las ich heute am 20.08.09, "Fische schrumpfen durch die Klimaerwärmung!"

Durch die Klimaerwärmung sollen Fische immer kleiner werden. Einige Fischarten hätten in den letzten Jahrzehnten die Hälfte ihres Gewichtes verloren. So die Aussage der frönzösischen Forscher. Doch damit sind sie mit ihren Erkenntnissen noch nicht am Ende. Sie sagen weiter, dass die Bestände in der Nord- und Ostsee sowie in den Flüssen Europas um 60 % zurückgegangen sind.

Oh, oh werden da die Hochseefischer und Küstenfischer rufen und sich an die Kommentare anderer Wissenschaftler zur Fischquotenvergabe für dieses Jahr 2009 erinnern. Was soll denn nun stimmen?

Ich denke dabei an die Aussage zum Dorsch für die östliche Ostsee. Man kommentierte, so starkeJahrgänge von Dorsch hätte man nur vor 20 Jahren vorgefunden.

Es ist alles ein bisschen verwirrend, was da von sich gegeben wird. Im Radio hörte ich dazu, dass man es sich selbst nicht so richtig erklären kann. Ich glaube bald sie meinen, was sie da von sich geben. Doch man hat ja die Klimaerwärmung. Was wäre nur, wenn es die nicht geben würde. Zur Zeit sieht es in diesem Sommer aber bei uns jedenfalls ganz anders aus.

Vielleicht kann mal ein realdenkender Wissenschaftler für Aufklärung sorgen.

 

 





Letztes Update: 28.02.2017, 20:16 Uhr
Günther Kröger © 2008-2017