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Schirmer
Jochen Schirmer
Kunstmaler


Arbeitskreis


60 Jahre
Fischwirtschaft
in Rostock Marienehe



Bilder vom Fischereihafen aus den Jahren 1950 bis 1990 und nach der Wende 1990

Fischereihafen




Ständige Ausstellung
Hochseefischerei 1950-1990

Societät Rostock maritim e.V.


Transport- und Verarbeitungsschiffe

ROS Name Rufzeichen Indienststellung Indienststll.Kpt. Verschrottet
Verkauf
Verbleib
315 Martin Andersen Nexö DAZB 1960 Richard Rath | Heinz Adler 1976 04.05.1976 Verkauf/Hamburg
Cuxhaven aufgelegt
09.02.1977 Verschrottet/Spanien
316 Junge Welt DEXL 10.03.1967 Otto Damaschke 29.06.1992 Verkauft/Gadani/Karachi/Palistan
317 Junge Garde DEXM 21.04.1967 Werner Niedermeier 28.07.1992 als RUS an Reftransflot/Kalinigrad/Russland

 

Transport- und Verarbeitungsschiffe im Fischkombinat Rostock


zusammengestellt von Kapitän Günther Kröger

Schon vor 1960 wurde in bestimmten Situationen, in Abhängigkeit vom Fang und den Möglichkeiten, der bearbeitete Fisch an Transportern übergeben und nach Rostock transportiert. Hauptsächlich während der Heringsfischerei in der Nordsee wurde diese Methode von den Logger- und Trawlerbesatzungen ge-nutzt. Dadurch war es möglich die vorhandenen Fangmöglichkeiten besser zu nutzen und die Schiffe länger im Einsatz zu halten. Kümos brachten den produzierten Salzhering nach Rostock.
Ende der 50er Jahre nahmen die Ergebnisse der Trawler vom Typ II bedenklich ab und der Einsatz im NW-Atlantik kostete immer enorme Einsatzzeiten durch die uneffektive Hin- und Rückreise in den Heimathafen. Diese Situation führte zu den Überlegungen Transport-und Verarbeitungsschiffe, mit Spezialschiffen zum Einsatz zu bringen. Gleichzeitig sollten die vorhandenen Trawler mit einem sogenannten Mutterschiff effektiver genutzt werden.
1960 wurde in der Rostocker Hochseefischerei das erste Mutterschiff, die „Martin Andersen Nexö“ in Dienst gestellt. Es war ein ehemaliger Bananentransportschiff. Das Schiff erhielt eine Aufslip, eine große Fischbearbeitungseinrichtung, einschließlich einer Fischmehlproduktion. Unsere Ingenieure hatten mit der Neugestaltung dieses Schiffes eine ausgezeichnete Ingenieurarbeit abgeliefert. Die modernen technischen Maschinen und Anlagen waren optimal an Bord untergebracht und boten der Besatzung gute Arbeitsbedingungen. Eingeschlossen in diese positive Einschätzung wird auch die Unterbringung der Besatzung. Dieses Schiff wurde vor allem für die Zusammenarbeit mit den Seitentrawlern vom Typ II und Typ III genutzt. Die Fischerei in der Flottille wurde sehr schnell beherrscht und bereitete den Besatzungen keine Probleme. Auch der technische Zustand der Seitentrawler war ausreichend Reisezeiten von 100 Tagen zu überstehen. Bevor die Seitentrawler vom Mutterschiff entlassen wurden gingen sie in die Eigenfischerei und sie landeten diesen Fang selbst in Rostock an.
Gleich zu Beginn wurde intensiv an der Qualitätssicherung der Übergabefischerei gearbeitet. Kurze Schleppzeiten der Trawler, kurze Lagerungszeiten des Fanges an Deck der Trawler, in Abhängigkeit der Wetterbedingungen und ein gut organisierter Ablauf der Fischübernahme durch das Mutterschiff sicherten eine gute Qualität für die weitere Bearbeitung des Fanges.
Durch das Mutterschiff wurden ebenfalls die Besatzungen der Fangschiffe betreut und unterstützt. Kranke Hochseefischer wurden an Bord behandelt, die Frischwasserversorgung gesichert und hier konnte Dieselkraftstoff nachgetankt werden. Auch Proviant für die Trawlerbesatzungen wurden auf dem Mutterschiff zwischen gelagert.
Das Transport- und Verarbeitungsschiff „Martin Andersen Nexö“ wurde 1976 Außerdienst gestellt. Die Arbeit des Mutterschiffes sicherte in seiner Einsatzzeit die maximale Ausnutzung unserer Fangmöglichkeiten mit den Seitentrawlern.Wir haben unter Berücksichtigung unserer Versorgungsaufgaben nie bereut, diese Übergabefischerei vorgenommen zu haben.
1966 stellte das Fischkombinat zwei weitere Transport und Verarbeitungsschiffe mit einer Flottille von 21 Spezialzubringertrawler in Dienst. Es waren die größten Schiffe über die die Rostocker Hochseefischerei verfügte. Unter Nutzung der Arbeitsergebnisse der Flottille der MAN wurden die Schiffe technisch ausgestaltet. Bei dem Einsatz dieser neuen, modernen Schiffe gingen wir davon aus, dass mindestens noch 10 Jahre eine gute Fischerei auf Rundfisch in den herkömmlichen Gebieten gesichert werden kann. Der Einsatz auf andere Fischarten wurde von Beginn an nicht vernach-lässigt. Die Ingenieure bereiteten entsprechende techno-logische Abläufe vor, um bei Veränderungen der Einsatzgebiete und damit der Bearbeitung anderer Fischarten gewappnet zu sein. Diese Weitsicht hat sich bewährt, der Einsatz in der Herings- und Makrelenfischerei und auch der Einsatz in den afrikanischen Fanggebieten wurden stets gesichert. Die TVS „Jung Welt“ und „Junge Garde“ konnten auch ohne Probleme in der Arktis und Antarktis eingesetzt werden. Gerne wurden diese Schiffe beim Fischkauf in den schottischen Gebieten und auch in der Ostsee bei den Küstenfischern gesehen.
Die Zusammenarbeit mit den Besatzungen der Zubringertrawler konnte von Anfang an vorteilhaft organisiert werden. Den Kritikern dieser Fischereimethode kann ich nur sagen, sie war der Situation in der Hochseefischerei und besonders auch der Fernfischerei effizient angepasst.
Beide Mutterschiffe wurden 1992 verkauft.

TVS
Mutterschiffe für Flottillenfischerei




Letztes Update: 02.05.2017, 17:51 Uhr
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