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Arbeitskreis


60 Jahre
Fischwirtschaft
in Rostock Marienehe



Bilder vom Fischereihafen aus den Jahren 1950 bis 1990 und nach der Wende 1990

Fischereihafen




Ständige Ausstellung
Hochseefischerei 1950-1990

Societät Rostock maritim e.V.


Seitentrawler Typ I, II, III


Trawler des Fiko Rostock
ROS Name Rufzeichen Indienststellung
Bauwerft
Indienststellungs-Kapitän Außerdienst-stellung Bemerkung/Verbleib
Trawler Typ I
201 Leipzig DHXA 01.06.1952 (1) Wilhelm Knief 17.08.1977 verschrottet Rostock
202 Eisenhüttenstadt ex Stalingrad DHXB 01.06.1952 (1) Otto Baltrusch 15.02.1977 verschrottet Rostock
203 Zwickau DHXC 01.06.1952 (1) Gerhard Schulte 15.02.1977 verschrottet Rostock
204 Karl-Marx-Stadt DHXD 01.05.1953 (1) Wilhelm Knief 31.07.1969 Verkauf Hamburg
205 Berlin DHXE 01.12.1953 (1) Gerhard Schulte 15.02.1977 Verkauf Hamburg
206 Wilhelm-Pieck Stadt-Guben ex Guben DHXF 01.03.1954 (1) Bruno Hennings 31.07.1969 Verkauf Hamburg

Trawler Typ II
207 Erfurt ex Sosa DHXG 01.07.1955 (1) Heinz Adler 17.08.1977 verschrottet Rostock
208 Magdeburg DHXH 01.08.1955 (1) Heinz Roesner 21.09.1978 verschrottet Rostock
209 Mansfeld DHXI 01.08.1955 (1) Hans Schilling 27.01.1978 verschrottet Rostock
210 Henningsdorf DHXJ 01.09.1955 (1) Kurt Westendorf 17.08.1977 verschrottet Rostock
211 Leuna DHXK 21.05.1955 (2) Adolf Schill 27.01.1978 verschrottet Rostock
212 Eisenach DHXL 21.06.1955 (2) Otto Baltrusch 19.03.1979 verschrottet Rostock
213 Halle DHXM 30.06.1955 (2) August Hesemann 17.08.1977 verschrottet Rostock
214 Gotha DHXN 15.07.1955 (2) Eduard Bednarzik 19.03.1979 verschrottet Rostock
215 Eisleben DHXO 10.08.1955 (2) Heinz Bräuning 01.01.1983 an FIKO Sassnitz als Hilfsschiff übergeben SAS 400 am 10.06.1975
216 Meissen DHXP 01.10.1956 (3) Alfred Heuser 17.08.1977 verschrottet Rostock
217 Schwerin DHXQ 01.10.1956 (3) Wilhelm Knief 15.02.1977 verschrottet offen
218 Oelsnitz/V. DHXR 01.10.1956 (3) Carl Volkers 27.01.1978 verschrottet Rostock
219 Dresden DHXS 14.07.1956 (3) Heinrich Krönke 17.08.1977 verschrottet Rostock
220 Weimar DHXT 01.09.1956 (3) Otto Mrozewski 22.03.1979 verschrottet Rostock

Trawler Typ III
221 Brandenburg DHXU 01.12.1960 (4) Karl Warnack 17.11.1981 verschrottet offen
222 Bitterfeld DHXW 04.08.1961 (4) Harald Langhinrichs 01.01.1983 Verschrottet offen
223 Gera DHXY 14.10.1961 (4) Heinrich Krönke 15.06.1990 an Morgenstern-Museum-Bremerhaven
224 Görlitz DHXV 09.11.1961 (4) Walter Holst 15.01.1981 an IHS Wustrow/Warnemünde als Ausbildungsschiff "Störtebecker" übergeben.
01.01.1992 an UNI Rostock
26.03.1993 an Donier Luftfahrt GmbH
225 Cottbus DHXZ 09.11.1961 (4) Carl Volkers 28.01.1982 verschrottet offen

Anmerkung: (1) VEB Volkswerft Stralsund
(2) VEB Schiffswerft "Neptun" Rostock
(3) VEB Mathias-Thesen.Werft-Wismar
(4) VEB Peene-Werft Wolgast

Der Trawler als Seitenschlepper in der Hochseefischerei

zusammengestellt von Kapitän Günther Kröger

Der Begriff „Trawler“ ist aus dem englischen vom Trawl (Grund-schleppnetz-trawlen-schleppen) abgeleitet. Da der Begriff Trawler für ein mit einem Dieselmotor angetriebenen Fischereischiff unterschiedlich in Deutschland verwendet wurde, kann auch nicht exakt gesagt werden, ab wann man in Fischereikreisen von Trawlern, die über die Seite fischten, sprach. In meinem Buch „Kapitäne der Deutschen Hochseefischerei“ habe ich auf diese Situation hingewiesen. Man sprach von Trawlern, vor allem nach dem II. Weltkrieg, wenn die Fischereischiffe mit einem Dieselmotor oder einer Kombination leistungsunterschiedlicher Dieselmotore oder dieselelektrisch angetrieben wurden. Die Entwicklung eines stabilen und zu verlässlichen Dieselmotors dauerte von der Erfindung 1893 durch Rudolf Diesel bis 1897. Bekannt ist, dass die „Fram“ von Nansen 1910 einen Dieselmotor an Bord hatte.

In der Literatur fand ich den Hinweis, dass 1929 ein Robbenfangschiff mit Namen „J.F.Schröder“ (HC 214) in Dienst gestellt wurde. Es wurde 1933 in „Sachsen“ und 1940 in „Hermann“ umbenannt.

Interessant ist vor allem, dass es mit einem Sechszylinder-Viertakt-Dieselmotor und einem Festpropeller angetrieben wurde. Ob es auch Angel-, Treibnetz- oder Schleppnetzfischerei betrieb, kann ich nicht sagen. Ab 1940 wurde es im Wetterdienst eingesetzt.

Aus der Literatur geht hervor, dass die ersten Fischereimotorschiffe aus den USA kamen und einige davon die Reederei F. Busse aus Bremerhaven 1949-1953 charterte. (BX 557 „SOUALL“, Länge 40 m, BRT 311, Ladungsvermögen 2800 Korb)

Bekannt ist, dass 1946 Alleierten Kontrollrat den Bau von Fischereischiffen lockerte. Sie erlaubten den Bau von 34 Fischdampfern mit einer Größe bis 350-400 BRT, einer Länge von 44 m und einem Ladevermögen von 3600 Korb. Auf Grund der geringen Schiffsgröße wurden diese Schiffe auch „Westentaschentrawler“ bezeichnet. Erst 1949 wurde der Bau von Fischereischiffen mit einer Größe von 600 BRT möglich.

In dem Buch „Nordsee“ vom Verleger Brandes kann man nachlesen, dass 1950/51 die Fischdampfer „Freiburg“, „Tübingen“, „Darmstadt“ mit Dieselmotoren von 900-990 Ps angetrieben wurden.

Die dazu gehörigen Fischdampfer „Heidelberg“ und „Bonn“ hatten einen 990 Ps dieselelektrischen Antrieb. In einer anderen Beschreibung wird sogar gesagt, dass die „Nordsee“ 4 Schiffe mit dieselelektischen Antrieb in Dienst stellte. Dies waren die ersten deutschen Fischereischiffe mit Dieselmotoren.

1955 erhielten die Fischdampfer „Hof“, „Braunschweig“ und „Frankfurt am Main“ eine Leistungserhöhung durch die Ausrüstung mit Turbinen.(Bereederung: Deutsche Heringsfischerei)

1957/58 wurde die „Essen“-Klasse mit Dieselmotoren von der „Nordsee“ in Dienst gestellt und 1959/60/61 kam die „Augsburg“-Klasse dazu. 1956 war der Fischdampfer BX 649 „Jupiter“ eines der letzten Schiffe mit einer Dampfmaschine.

Bei uns in der Rostocker Hochseefischerei haben wir nur von Trawlern gesprochen. Gleiches konnte wir auch in den ehemals sozialistischen Ländern feststellen. Die Westdeutschen Hochseefischer blieben bei ihrer Sprachgewohnheit und bezeichneten diese Schiffe auch weiter als Fischdampfer oder einfach Dampfer.

Wie aus meinen Übersichten hervorgeht, hatten wir Trawler vom Typ I, vom Typ II und Trawler Typ III. Dazu kamen dann die Fänger für die Mutterschiffe, die wir als Zubringertrawler bezeichneten.

Der Einsatz dieser Fischereitrawler war unterschiedlich. Die Trawler Typ I fischten wenig bei Island, weil ihre Antriebsleistung zu gering war. Sie kamen aber in der Nordsee, an der norwegischen Küste im Nordmeer und den westbritischen Gewässern zum Einsatz. Einsätze im Nordwest-Atlantik und als Zubringer für die Mutterschiffe waren gering.

Die Trawler Typ II und Typ III konnten überall im Nordatlantik eingesetzt werden. Sie fischen in den letzten Jahren für die Mutterschiffe. Der letzte Trawler wurde 1990 in Bremerhaven Museumsschiff.

 

 

Vom Fischkutter zum Hochseetrawler  
Die Entwicklung moderner Hochsee-Fischereifahrzeuge  

 

 




Letztes Update: 08.03.2017, 19:44 Uhr
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