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Schirmer
Jochen Schirmer
Kunstmaler


Arbeitskreis


60 Jahre
Fischwirtschaft
in Rostock Marienehe



Bilder vom Fischereihafen aus den Jahren 1950 bis 1990 und nach der Wende 1990

Fischereihafen




Ständige Ausstellung
Hochseefischerei 1950-1990

Societät Rostock maritim e.V.


Hilsschiffe / Forschungsschiffe / Hafen-Schlepper

 

ROS Name Ruf-
zeichen
Indienst-
stellung
Kapitän Außerdienst-
stellung
Verbleib
  Minna Anfang der 50.-Jahre wurde Ende der 50er Jahre aus dem Bugsierdienst abgezogen und im FIKO als Taucherboot eingesetzt.
  Tetje DHVD 29.12.1966 Nov. 1991 Verkauft/ Zeebrügge/Holland
  Robby DATL 1958 1991 Verkauft/ Zeebrügge/Holland
  Fietje es liegen zur Zeit keine Unterlagen vor, da der Schlepper noch zu DDR Zeiten verkauft wurde
nach Verkauf umbenannt in "Langenort"
  Robert Koch 18.07.1956 Wilhelm Stock 22.12.1979 Verschrottet/Santander/Spanien

 

 

Hafenschlepper im FIKO Rostock

zusammengestellt von Kapitän Günther Kröger


In einem Fischereihafen werden die vom Fangeinsatz kommenden Fangschiffe gelöscht, die Fischräume gereinigt, repariert, neu für eine Fangreise ausgerüstet. Es wird Wasser und Brennstoff gebunkert und Proviant übernommen.
Diese Prozesse erfordern, dass die Fangschiffe den Liegeplatz des Öfteren wechseln müssen.
Im Fischkombinat Rostock erfolgte Anfang der 50er Jahre das Verholen durch die Verholgang mit Hilfe des kleinen Schleppers „Minna“.
Anfang des Jahres 1958 (28. April) wurde ein neuer Schlepper „Robby“ von der Bauwerft Oderberg/Havel übernommen. Auf Grund technischer Probleme ging der Schlepper erst am 17. Juni 1958 in den Schichtdienst. Das Schiff mit seiner Besatzung war eine große Erleichterung für die Verholgang zur Bewältigung der Aufgaben im Hafenbetrieb. Anfangs half der Schlepper „Minna“ weiterhin im Verholbetrieb.
Schlepper „Minna“ wurde dann Ende der 50er Jahre als Taucherboot im Fischkombinat bzw. im Stadt- und Übersehhafen als Taucherboot eingesetzt und von der betriebseigenen Tauchergruppe betreut.
Mit der Vergrößerung der Flotte, vor allem durch die Indienststellung der Großschiffe ab 1960 konnte der reederei-eigene Schlepper „Robby“ die Verholaufgaben und das Bugsieren der Schiffe beim Ein- und Auslaufen alleine nicht bewältigen. Es wurden Schlepper zur Unterstützung gechartert, um der Hafendurchlauf abzusichern. Diese Charterungen waren mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden. Durch die Leitung des Fischkombinates wurde beschlossen zwei leistungsstarke Schlepper in Dienst zustellen.
Am 29.12.1966 wurde der Schlepper „Tetje“ von der VEB Schiffswerft Edgar Andre Magdeburg übernommen. „Tetje", mit seinen 750 PS, war eine Weiterentwicklung der Schlepper vom Typ "Oldendorf" und "Krummendorf" von der VEB Bagger, Bergungs- und Bugsierreederei Rostock.
Tetje war ein Hafenschlepper- ein stählendes Eindeckschiff- mit Mitschiffs angeordnetem Deckshaus. Er entsprach in seiner äußeren Gestaltung den beiden Schleppern "Dierkow" und "Peets" der oben genannten Reederei. Diese beiden genannten Schiffe hatten einen Diesel-Elektro-Antrieb. Unser Schlepper erhielt einen Diesel-Direkt-Antrieb mit einem in einer schwenkbaren Ruderdüse laufenden Verstellpropeller. Die Maschine stand Mitschiffs. Mit der Verstellpropelleranlage in Verbindung mit der Ruderdüse wurde ein neuer Schleppertyp in der DDR Schifffahrt geschaffen.
Eingesetzt wurde der Schlepper "Tetje", wie wir alle wissen im Hafenbetrieb, zum Bugsieren beim Ein- und Auslaufen der Großschiffe und in der "Kleinen Küstenschifffahrt.
Der uns aus der Fischerei bekannte Kapitän Gerhard Gerwin, hat in den letzten Jahren den Schlepper gefahren. Er bestätigte mir, dass "Tetje" allen Anforderungen im Hafen gerecht wurde. Der Schlepper war wendig und leistungsstark.
Der zweite Schlepper Fietje wurde wohl ein Jahr danach in Dienst gestellt. Es erfolgte jedoch nach ca. einem Jahr der Verkauf dieses Schiffes. Mir fehlen zur Zeit die exakten Daten.
Nach der Wende wurden die Schlepper verkauft.

 

 

für den Schlepper Robby liegen keine techn. Daten vor.

Allgemeines   Hauptabmessungen
Bauwerft
VEB Schiffswerft Edgar Andre' Magdeburg
  L.ü.a.
26,43 m
Schiffstyp
Hafenschlepper
  L.pp.
23,14 m
Aufbautyp
Volldecker m. Deckshaus
  Breite
7,60 m
Klasse
DSRK AIK �Eis 3� Schlepper
  Höhe
3,50 m
Geschw.
v. 11 kn; 5,55 m/s
  Höhe a
3,88 m
Ausrüstungsdauer
100 h
  Tiefgang
3,00 m
Fahrtbereich
Küstengebiet, Rostock-Hafen
  V:
241,40 m³
         
Tankinhalte   Propeller
Trink-Waschw.
10,3 m³
  Durchmesser
2,00 m
Treiböl
20,1 m³
  Flügelzahl
3
Schmieröl
3,1 m³
  Steigung
Verstellpropeller
      Drehzahl
375 U/min
         
Hauptmaschine   Hilfsdieselaggregate
Typ u. Firma
8 NVD 48 U
  Typ u. Firma
4 NVD 24
Leistung
792 Pse
  Anzahl
2
Drehzahl
384 U / min
  Leistung
100 Pse
      Drehzahl
750 U / min
         
Luftkompressoren   E-Anlage
Typ u. Firma
?
  Stromart
Drehstrom
Drehzahl
?
  Spannung
380 V
Leistung
18 m³/ h
  Umformer
24 V
Anzahl
1
   
         
Bemerkungen   Besatzung
UKW-Sprechfunk, Radar, 100 W Mittel-Grenzwellen-Sender   Ges.
7 Pers.
Flachecholot      
Rundfunkübertragungsanlage      

Hilfsschiff „Robert Koch“ im FIKO Rostock


zusammengestellt von Kapitän Günther Kröger

Die Sorge um die ärztliche Betreuung unserer Hochseefischer wurde mit der Vergrößerung der Logger- und Trawlerflotte von Anfang an durch die Leitung des Fischkombinates Rostock mit großer sozialer und sicherheitsrelevanter Verantwortung wahrgenommen. Zuvor wurden Logger-Fangschiffe als Hilfsschiffe ausgerüstet, die neben dem Fang, die Betreuung ausübten. Bei Unfällen und schweren Erkrankungen in den Fanggebieten wurden die Dienste der westdeutschen Hilfs-schiffe „Meerkatze“, Friethjof“ und „Anton Dorn“ wahrgenommen.
Ab 1956 verfügte die Rostocker Hochseefischerei über ein eigenes Hilfsschiff. Das von der Mathias Thesen Werft gebaute Schiff verfügte zur damaligen Zeit über eine sehr gute, moderne Ausrüstung. Es sicherte natürlich in erster Linie unseren und den Sassnitzer Hochseefischern eine verbesserte ärztliche Hilfe und Betreuung. Der Staat hatte sein Versprechen wahr gemacht und die Sorge um das Leben und die Gesundheit der Seeleute fern von der Heimat mit dem Hilfsschiff „Robert Koch“ belegt.
Die geleistete medizinische Hilfe durch die Ärzte, die Schwestern und Sanitäter auf See rettete vielen Seeleuten das Leben. Sie wurde in vielen Fällen nur möglich, weil durch den Kapitän mit seinen Offizieren und durch die Schlauchboot-besatzungen mit großem seemännischem Können, fast bei jedem Wetter, die Kranken von den Fangschiffen ab geborgen wurden. So mancher Kranke wurde auch in den nächsten Hafen in eine Klinik transportiert. Von 1963 bis 1966 wurden 14 Blinddarmoperationen auf See vorgenommen worden. Diese Hilfe galt auch ausländischen Seeleuten. Wenn eine ärztliche Betreuung notwendig wurde, wurde Allen geholfen.
Über die medizinische Betreuung unserer Hochseefischer hinaus, leistete das Hilfsschiff auch Unterstützung bei Reparaturen oder anderen technischen Ausfällen. So konnten Reiseabbrechungen verhindert werden. Oft half die Besatzung der „Robert Koch“ mit Trinkwasser und Proviant und schleppte aber auch, wenn auf See keine Reparatur möglich war, so manches Fischereifahrzeug in den Heimathafen.
War die „Robert Koch“ im Fanggebiet, gingen wir beruhigter unserer Arbeit nach.
Mit der Indienststellung unserer Großschiffe wurde die ärztliche Betreuung von den Ärzten dieser Schiffe übernommen.
In den 80er Jahren wurde jedes Besatzungsmitglied mit einem persönlichen Lebensrettungsanzug ausgerüstet.
Ab 1973 wurde das Hilfsschiff „Robert Koch“ auch als Besatzungstransporter in NW-Atlantik eingesetzt. Es nahm im Hafen Havanna die Besatzung an Bord, brachte sie zum Fangplatz und dort wurde dann der Austausch der Besatzungen vorgenommen.
Im Dezember 1979 wurde die „Robert Koch“ Außerdienst gestellt.





 

FFS Ernst Häeckel
FHS Robert Koch - Festschrift zur 50. Reise - Sommer 1963
Hafenschlepper Fietje

 


 

 

Zeichnungen des Fischereihilfschiffes "Robert Koch"






 




Letztes Update: 02.05.2017, 13:47 Uhr
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