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Schirmer
Jochen Schirmer
Kunstmaler


Arbeitskreis


60 Jahre
Fischwirtschaft
in Rostock Marienehe



Bilder vom Fischereihafen aus den Jahren 1950 bis 1990 und nach der Wende 1990

Fischereihafen




Ständige Ausstellung
Hochseefischerei 1950-1990

Societät Rostock maritim e.V.


Labrador - Neufundland

 

Kurzinformation zu einigen markanten Fangplätzen im NW-Atlantik.

Die Aufzeichnungen erhielt ich von Kapitän Helmut Hegermann. Er war in der Fangdirektion in der Wissenschaftlichen Einsatzzentrale als Abteilungsleiter FWP tätig. Die Aussagen basieren auf Fangplatzcharakteristiken, die nach Aussagen der Kapitäne und nach den Fangtagebüchern angefertigt wurden.




Das Fanggebiet Labrador reicht von Kap Chidley bis Neufundland. Das Labradorschelf ist ein sehr breiter Raum in dem die Tiefen immer wieder wechseln und eine Reihe von Bänken und Rinnen das Bild prägen. Durch das Gebiet fließt der kalte Labradorstrom, der bei Neufundland auf den Golfstrom trifft.

Die Fischerei wird im Frühjahr stark durch die Eisdrift, von Norden kommend und der damit verbunden Kälte beeinflusst.

Das Fanggebiet Neufundland umfasst die Gebiete ab Belle Isle Bank bis zu den Southeast Shoals einschließlich der Flämischen Kappe.

Der Kabeljau, der Rotbarsch, die Rotzunge, der Heilbutt und der Grenadierfisch sind in diesen Gebieten die wichtigsten und am häufigsten auftretenden Fischarten.

Der Kabeljau ist um die Hamilton-Bank und den südlichen Bänken bis nordöstlich von Neufundland konzentrierter vertreten. Die Größen des Kabeljaus sind auf den einzelnen Fangplätzen unterschiedlich (40 bis 60 cm). Die Größe nimmt nach Norden zu. Die Fischbestände machen gesteuert, durch das Laichen und durch die Weidemöglichkeiten jahreszeitlich ihre Wanderungen. Einzelne Bestände verbleiben in der Weideperiode, abhängig vom Nahrungsangebot, im Areal.

Die ersten deutschen Trawler waren 1958 auf Kabeljaufang in den Labradorgebieten. Sie bevorzugten die südlichen Gebiete Labradors, insbesondere von NW-Neufundland und die Gebiete um die Hamilton-Bank. In den späteren Jahren gewann die Fischerei vor Kap Chidley die größere Bedeutung.

Die Fischerei konzentrierte sich nicht nur auf den Laichkabeljau, auch auf Vorlaichkonzentrationen und Konzentrationen nach dem Laichen wurde gefischt. Die Fangzeit hatte Saisoncharakter und beschränkt sich auf das Frühjahr vor Kap Chidley. Gestört wurde die Fischerei durch das Vordringen des Drifteises, verbunden mit extremen Witterungsverhältnissen. Meisten, es war aber immer unterschiedlich, wurde die Fischerei im März aufgegeben, wenn eine Fischerei im Eis nicht mehr möglich war. Zum Sommer wandert der Kabeljau zur Küste und nach Süden ab.

Laichgebiete des Kabeljaus findet man auch im Sommer auf den flacheren Bänken Neufundlands.

Oft, nach Vertreibung durch das Eis verlagerte sich die Fischerei an den Außenkanten des Schelfs. Dort wurde dann eine Fischerei auf Rotzunge im Gebiet der Hamilton-Bank durchgeführt.

Schwarzer Heilbutt trat überwiegend im gesamten Gebiet als Beifang auf. Er erhöhte sich jedoch durch die Aufnahme der Fischerei auf Grenadierfisch mit der Fischerei in größeren Tiefen. Gute Heilbuttfänge wurden Mitte Juni nördlich von Kap Chidley auf der Position 61°50‘ N bis 63°30’n, aber auch auf der Makkovik-Bank in Tiefen von 500 bis 620 m erzielt. Nördlich der Funkinsel wurden von März bis Juli Heilbutt-Waidekonzentrationen in Tiefen von 410 bis 510 m befischt. Dabei kamen auch semipelagische Geschirre zum Einsatz.

Bekannt ist, dass in den Monaten August bis September an der Außenkante der Makkovik-Bank in Tiefen von 600 bis 900 m Grenadierfisch gefangen wurde.

Ertragreiche Rotbarschfänge wurden in den Monaten Oktober bis Februar auf der Wanderung von der nördlichen Neufundlandbank nach Norden und während der Rückwanderung gemacht. Dieser Rotbarsch laichte am Osthang der Hamilton-Bank im Mai und Anfang Juni. Er zieht nach dem Laichen teilweise zurück in das Gebiet nördlich von Neufundland.

Zeitweilig war die Rotbarschfischerei auf der Generalposition 48°N und 48° W für die Rostocker Fischerei nach 1958 von großer Bedeutung. Gute Rotbarschfänge wurden auch auf der Flämischen Kappe erreicht. Kapitän Peter Burmeister berichtete von einer Vollschiffreise in 4 Tagen, Ende Januar 1959 aus dem Gebiet Ritu-Bank. Im Mai des gleichen Jahres gab es erneut aus diesem Fanggebiet eine weitere Vollschiffreise durch Kapitän Burmeister. Hier wurden auch gute Fänge in Tiefen von 600 m im Juli bis August erzielt.

Die Bedeutung der Fanggebiete kann man an den internationalen Gesamtfängen aus dem Jahr 1965 mit einer Entnahme von
Grönland 404.166 t
Labrador 377.159 t
Neufundland 740.170 t ersehen.

Im Gebiet Grönland waren die Monate Mai, Juni, Juli, August und November die ertragreichsten und im Gebiet Labrador waren es die Monate Januar, Februar, März und Mai.

Im Gebiet Neufundland erzielte die internationale Hochseefischerei in den Monaten März bis Dezember die höchsten Fange.




Letztes Update: 02.08.2017, 19:56 Uhr
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